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Zugvögel ...einmal
nach Inari
Comedy/Crime
Hannes
Weber (Joachim Król) hat ein sehr unübliches Hobby, er ist
in seiner Freizeit Fahrplanexperte. Dieses will er auch in
einem Wettbewerb zu barer Münze machen, 25.000 £ stehen auf
dem Spiel. Der erste internationale Fahrplanwettbewerb findet
in Inari statt, in Nord-Finnland. Beruflich ist er Beifahrer
eines Bierfahrers, was er nicht weiß: sein Job hat er nicht
mehr lange. Als er einen Tag vor seinem Urlaub, in dem er
nach Inari fahren will, zu seinem Chef gerufen wird, erzählt
dieser ihm, dass er zwar in den Urlaub könne, danach aber
nicht wiederzukommen brauche! Außer sich schlägt der sonst
schüchterne und sehr friedliche Hannes kurzerhand zu und geht
dann in seinen „Urlaub“ – er will um jeden Preis an dem Gewinnspiel
teilnehmen. Am selben Tag reist er noch ab, und sein Chef
liegt tot im Büro am Boden! Hat Hannes seinen Chef auf dem
Gewissen? Während der Zugfahrt trifft er noch einen alten
Kollegen, dieser hat seine Finger in einem Geldwäscher-Ring
und das wirft ebenfalls kein gutes Licht auf Hannes. Der nicht
gerade freundliche, dennoch gewitzt und clevere Kommissar
Fanck (Peter Lohmeyer) sucht nun Hannes nicht mehr nur deswegen,
dass er ihn des Mordes verdächtigt, sondern auch noch wegen
eventuellen Verbindungen zu einem Geldwäscher-Ring. Hannes
hat derweil ganz andere Sorgen, denn auf der Reise hat auf
dem Schiff nach Finnland hat er sich in eine Finnin verliebt...
Eine
typischer deutscher Film, etwas langatmig und nicht gerade
sehr komisch für eine Komödie, dennoch unterhaltsam und irgendwie
auch gelungen. Geht es doch nicht einfach geografisch und
infrastrukturell um die schnellste und beste Verbindung zwischen
zwei Orten, sondern wird diese Frage zu einer philosophischen
erhoben. Es geht ums Reise und nicht nur einfach um den Vorgang
des Ab- und Anfahrens von Punkt A nach B, sondern um den Vorgang
der Fortbewegung. Es geht um die Sinnlichkeit des Reisen,
bevorzugt mit dem Zug, um Wege und Liebe. 1994 schrieb Drehbuchautor
und Regisseur Peter Lichtefeld den ersten Entwurf für „Zugvögel“,
auf der Rückreise mit dem Zug aus Finnland. Die Werte des
Films liegen etwas zu versteckt, leider. Zu lachen gibt es
nur sehr wenig. Die Romanze im Film passt gut und ist ein
Stimmungsträger, doch den Titel als Komödie zu bezeichnen,
ist etwas übertrieben. „Zugvögel“ hat seine Momente, dazu
gehören die fabelhaften Landschaftsaufnahmen, der interessante
Hauptcharakter und auch die Inszenierung des Wettbewerbs am
Ende des Films. Dieser gelang spannend und fesselt zum Abschluss
noch einmal vor den Fernseher. Die Schauspieler sind in Ordnung,
die Naturbilder sind wunderschön und der kleine Einblick „in“
die Umgebung Finnlands wurde angenehm inszeniert. Ein unterhaltsamer
Film.
Von
der technischen Seite zeigt sich die DVD auf einem überdurchschnittlichen
Niveau. Das Bild kommt in einem anamorphen Widescreen-Bild
im Ratio 1.85:1. Der Transfer bringt das Geschehen gut zur
Geltung und weist rundum Werte auf, die sich sehen lassen
können. Angefangen mit dem gelungenen Kontrast und den natürlich
wirkenden Farben, über eine ausreichende Schärfe, bis hin
zu einem klaren, ruhigen und meist rausch- und fehlerfreien
Geschehen auf dem Bildschirm. Zwar hätte der Kontrast, ebenso
wie der Grad an Schärfe etwas höher ausfallen können, doch
stört das wirklich nur harte Puristen. Kompressionsartefakte
und Drop-Outs bleiben aus, nur sehr selten sind kleine Verunreinigungen
des Materials zu erkennen. In Sachen Ton gibt es eine Dolby
Digital 5.1- und eine 2.0 (Surround)-Tonspur in der Muttersprache
des Film, deutsch. Beide tun sich untereinander nicht viel,
letztlich liegt das am Sujet des Films, denn in diesem Genre
können kaum großartigklingende Direktionaleffekte erwartet
werden. Beide Tonspuren leisten gute Dienste, wenn die Technik
vorhanden ist, sollte der 5.1-Ton gewählt werden, er vermittelt
eine weitere Räumlichkeit und weist ab und an auch kleinere
Surroundeffekte auf. Ansonsten spielt sich das Meiste überwiegend
auf den vorderen Kanälen ab, besonders aus den Center-Speaker
dringen viele Sounds. Ebenfalls von diesem erklingen in hoher,
klarer Qualität die stets verständlichen Dialoge des Films.
„Zugvögel
...einmal nach Inari“ ist ein schöner Film aus den deutschen
Landen. Nicht unbedingt etwas besonderes, doch muss es das
auch schließlich nicht immer sein. Der Films sieht einfach
klasse aus und unterhält gut. Er kommt mit einer Laufzeit
von rund 85 Minuten und findet Platz auf eine einseitigen
Single-Layer-Disc (DVD Typ 5). Neben dem Film gibt es noch
Hintergrundinfos zu den Schauspielern (mit Filmografien),
Produktionsnotizen und ein Interview mit dem Regisseur und
Drehbuchautor, welches auf Texttafeln präsentiert und von
einem Sprecher vorgelesen wird. Erreicht werden diese Special-Features
über ein sehr gut gelungenes, animiertes Menü. Eine Alligator-Filmshow
ist ebenfalls mit von der Partie, sie regt den Appetit auf
weitere DVDs des Hauses an. „Zugvögel“ ist gute deutsche Filmkost
und erscheint als eine akzeptable DVD-Version zu einem Preis
von rund 50,- DM. Wer deutsche Filme mag, der sollte auch
hier wieder zugreifen.
Andre
Schnack
05.02.2000
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Eine Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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