"Zweimal Lebenslänglich" lautet das Urteil für
den Bankmanager Andy Dufresne (Tim Robbins), der seine Frau
und deren Liebhaber umgebracht haben soll. Er schwört auf
seine Unschuld, wird aber trotzdem 1947 in das berüchtigte
Gefängnis von Shawshank in Main gebracht. Schon nach wenigen
Tagen wird er von einigen sadistischer Häftlingen vergewaltigt.
Aber nicht nur die Häftlinge machen ihm das Leben schwer,
auch der Direktor (Bob Gunton) und der Oberaufseher (Clancy
Brown) zeigen, was sie unter Disziplin verstehen. Dieses Leben
hinter den Mauern wird zur Hölle auf Erden für Andy. Nach
und nach lernt er Ellis Boyd "Red" Redding (Morgan
Freeman) kennen, der schon 10 Jahre einsitzt, und es entsteht
eine richtige Freundschaft. Da Andy Banker war beginnt er
nach und nach für die Aufseher die Steuererklärungen und andere
Geldangelegenheiten zu regeln, sogar über die illegalen Geschäfte
des Direktors führt er Buch. Allmählich gewöhnt er sich an
das Leben hinter Gittern und die Jahre vergehen, bis ein neuer
Häftling kommt. Dieser behauptet den Beweis für Andys
Unschuld zu haben - doch wird er "auf der Flucht"
erschossen. Wird Andy noch aus dem Gefängnis kommen und hat
er seine Frau wirklich umgebracht ?
"Die Verurteilten" zeigt auf beeindruckende Weise
das Leben im Gefängnis. In den 50er Jahren waren die Gefängnisse
noch Löcher, in denen ums Überleben gekämpft wurde. Die Häftlinge
wurden gequält und die Gesellschaft versuchte sie zu vergessen.
Das Shawshank Gefängnis war eines der Schlimmsten. Regisseur
Frank Darabont, der auch an "Der Soldat James Ryan"
mitschrieb, schaffte es, aus der Buchvorlage von Stephen King
einen packenden Knastthriller zu schaffen, der die alltäglichen
Grausamkeiten hinter Gittern zeigt. Die sieben Oscarnominierungen
von 1995 hat der Film wirklich verdient. Unter anderen wurde
er für die Kategorien "bester Film", "bester
Hauptdarsteller (Morgan Freeman)" und "beste Umsetzung"
vorgeschlagen. Der Film lebt von den guten Schauspielern und
einer sehr guten Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten
basiert. Ein wirklich spannendes Drama, das den Betrachter
in seinen Bann zieht und bis zum Ende nicht wieder los läßt.
Auch wenn der Film sehr gut ist, so muß man leider sagen,
das die technische Umsetzung zu den schlechtesten auf dem
DVD-Markt gehört. Das Bild wirkt an vielen Stellen unscharf
und den ganzen Film über ist ein leichtes Rauschen zu erkennen.
Das Geschehen wirkt sehr dunkel und die Farben stellenweise
etwas blaß. Leider ist der Film nur im 4:3 Format abgelegt.
Auch der Sound kann nicht überzeugen. So finden wir auf der
Scheibe nur einen deutschen Surroundtrack, der den ganzen
Film über mit einem leichten Rauschen unterlegt ist. Die hinteren
Boxen werden kaum genutzt und auch die vorderen Kanäle wirken
kaum stereo. Bei der Wiedergabe von tiefen Tönen kommt es
sogar zu Knacken. Leider sind auch keine Untertitel enthalten
Schade.
Laser Paradise bringt mit "Die Verurteilten" zwar
einen guten Film auf den deutschen Markt, allerdings ist das
Bild und der Sound nicht besser als bei einer VHS-Kassette.
Das Medium wird schlecht genutzt. Weder Bonusmaterial noch
einen Trailer finden wir auf der Scheibe. Die Single-Layer-Disc
ist etwa 140 Min. lang und wurde in 21 Kapitel unterteilt.
Sie wechselt für etwa 40,- DM den Besitzer. Ein sehr guter
Film, der leider schlampig auf DVD gebracht wurde. Für Fans,
die den Film gerne haben möchten, sei gesagt, daß seit dem
19. Oktober `98 von VCI eine Code 2 Scheibe für den britischen
Markt vertrieben wird. Diese bietet zumindest ein anamorphes
1.85:1 Bild. Für den 31. Dezember `99 wurde außerdem eine
Code 1 Disc mit umfassendem Bonusmaterial angekündigt. (Wir
beobachteten übrigens das Phänomen, daß diese DVD in unseren
Testplayern immer lief, egal welcher Ländercode eingestellt
war. Auf der Packung ist selbstverständlich Code 2 kenntlich
gemacht.)
Sven Preuß