Douglas Quaid (Schwarzenegger) ist ein ganz normaler Mann.
Er lebt im Jahre 2084, hat eine ganz normale Arbeit und eine
tolle Frau, Lori (Stone). Er träumt sehr oft von einem Urlaub
auf dem Mars, Ferien auf anderen Himmelskörpern sind schon
länger kein Problem mehr. Um Geld zu sparen und den Kurz-Trip
vor seiner Frau zu verheimlichen bucht er eine Art Gedächtnis-Urlaub.
Dieser ist kostengünstig und beansprucht kaum Zeit, denn man
setzt sich einfach in ein Labor und bekommt durch ein Erinnerungs-Implantat
die entsprechenden Erinnerungen. Doch bei Douglas geht etwas
schief und er erinnert sich an den Mars, bevor die Erinnerungen
überhaupt in sein Gehirn gespeist wurden. Sonderbarerweise
sind plötzlich seltsame Leute, die ohne Skrupel Gewalt anwenden,
hinter ihm her. Selbst seine Frau und sein bester Kollege
versuchen ihn plötzlich umzulegen. Er versucht sich zu verstecken
als ein Mann mit ihm Kontakt aufnimmt. Er gibt dem verstörten
Herrn Quaid einen Koffer, darin befindet sich unter anderem
ein Computer. Er erfährt, daß er nicht der zu sein scheint,
der er glaubt zu sein. Um näheres herauszufinden muß er auf
dem Mars, doch die fiesen Handlanger von Vilos Cohaagen (Cox)
unter der Führung von Richter (Ironside) machen ihm sein Leben
schwer. Wem kann er trauen, er erinnert sich praktisch an
nichts, kann nicht einmal seinen eigenen Erinnerungen Vertrauen
schenken, er weiß nicht was Traum oder Wirklichkeit ist...
Mit "Total Recall" gelang dem skandinavischen Regisseur
Paul Verhoeven ein weiteres Meisterwerk, daß ist meine Meinung.
Aber viele werden sich dieser wahrscheinlich anschließen und
meine Ansichten teilen, die totale Erinnerung ist in erster
Hinsicht ein klasse Actionfilm im Science-fiction-Stil. Das
Ambiente stimmt, die Special-Effects sind gelungen und Arnold
sorgt für mächtig Unterhaltung. Aber in einer anderen Ebene
versteckt sich noch die gut durchdachte Hintergrundgeschichte,
abenteuerlich spannend inszeniert wie ein Thriller und nicht
sofort zu durchschauen für den Betrachter. Selbstverständlich
nagten auch schon die vergangenen 9 Jahre am Film, dennoch
unterhält er einfach prima und bietet knappe 113 Minuten Spaß,
nicht nur für Action-Fans. Leute die mit Verhoevens
Arbeiten vertraut sind, werden sofort seinen Stil entdecken,
im Sci-fi-Genre leistet Herr Verhoeven etwas besonderes. Typisch
ist wieder die teilweise sehr hohe und aggressive Anwendung
von Gewalt, außerdem übertreibt er stets leicht und wird den
Worten Science-fiction definitiv gerecht mit Realismus
hat das wenig zu tun. Genau davon leben natürlich solche Filme,
wer also den Kern des Films, die durchdachte und interessante
Story, nicht findet oder mehr für "wahrheitsgetreue"
Filme stimmt, der wird bei "Total Recall" nicht
viel Spaß haben. Wer jedoch Filme wie "Starship
Troopers", "Robocop",
"Dark City" oder "Blade
Runner" mag, wird auch diese Erinnerung lieben.
Die Technik der DVD hat ihre Licht- und Schattenseiten. Das
recht farbenfrohe und kontrastreiche Bild liefert kaum Anlaß
zur Kritik. Zwar wird das Geschehen nicht anamorph übertragen,
dennoch weist das Bild im Ratio von 1.85:1 einen hohen Grad
an Detailgenauigkeit und Schärfe auf. Lediglich die häufigen,
kleinen Bildstörungen (überwiegend in Form von kleinen schwarzen
Pünktchen und Strichen) trüben den guten Eindruck etwas. Bewundernswert
ist die Sättigung der Farben, besonders der Mars an sich mit
seinen heftigen und prallen Rottönen bietet ein kritisches
Objekt zur Darstellung. Die Szenen mit viel Rot gelangen zu
meiner Überraschung jedoch äußerst gut und erzeugen eine wirklich
dichte Stimmung, die Atmosphäre der fremden Mars-Welt wird
dem Betrachter sehr nahegelegt. Auf der zweiten Seite der
Disc befindet sich eine Pan & Scan-Fassung des Films.
Der Ton der Scheibe begeisterte mich nur bedingt. Der 5.1-Mix
in englischer Sprache hat durchaus seine Momente, leider aber
positive sowie auch negative. Der Großteil der Effekte spielt
sich auf den vorderen Lautsprechern ab, trotzdem gibt es viele
direktionale Effekte, sie wurden gut eingesetzt und abgemischt.
Nur die Qualität der Sprache empfand ich als etwas kratzig,
dennoch deutlich und gut verständlich. Der Baß wird stetig
genutzt, die Musik erklingt fein aus allen Tonspendern. Auf
der Scheibe befindet sich zusätzlich noch ein französischer
Dolby Digital 2.0-Track und englische, französische und spanische
Untertitel.
Guter Film, gute Technik = gute Kritik! Live Entertainment
liefert ein sauberes, solides Stück Arbeit mit der zweiseitigen
Single-Layer-Disc ab. Der Streifen hat Klasse, die Mankos
an der Umsetzung auf die DVD stören kaum, einen bedenkenlosen
Anraten der Disc steht praktisch nichts mehr im Wege. Zwar
wäre ein anamorphes Bild und etwas mehr Bonusmaterial wünschenswert,
aber die Ausstattung ist durchweg akzeptabel. Die Disc liefert
einen Trailer und Teaser, Production Notes und die obligatorischen
Cast & Crew-Informationen, da kann man nicht klagen. Die
Code1-DVD wechselt für knappe 60,- DM (25$ Listenpreis) den
Besitzer und wird diesem eine Menge Freude bereiten, besonders
als Arnie- und Verhoeven-Fan. Jedem anderen sei der Film ans
Herz gelegt, sofern er Ambitionen zur Science-fiction mit
viel Action hegt.
Andre Schnack