| Tim
und Struppi Spielfilm-Box
Animation/Adventure/Family/Mystery
[Einleitung]
Aus dem umfassenden DVD-Programm der universumfilm erscheint
neben den bereits veröffentlichten „Tim und Struppi“-DVDs
nun die „Tim und Struppi Spielfilm-Box“. Sie beinhaltet
drei Discs mit jeweils einem Film: „Der Fall Bienlein“,
„Der Haifischsee“ und „Der Sonnentempel“.
Neben Tim und dem kleinen weißen Hund Struppi gibt es
dann noch den stets etwas grummeligen Kapitän als Hauptdarsteller.
Die Filme entstanden zwischen 1961 und 1972 von den Regisseuren
Ray Goossens, Raymond Leblanc und Eddie Lateste. „Tim
und Struppi“ haben im belgischen Original den Titel
„Tintin“ und stammen von der gleichnamigen Comicbuch-Vorlage
von Hergé.
[Inhalt]
DVD 1: Tim und Struppi - Der Fall Bienlein (1961)
Es ereignen sich seltsame Vorfälle im Schloss: Es zersplittern
Glasscheiben und Vasen im Schloss. Professor Bienlein kann
seine letzte Erfindung nicht mehr kontrollieren: Eine Waffe
mit Ultraschallstrahlen. Fremde Kräfte haben von dieser
Erfindung Wind bekommen und beauftragen einen ihrer Agenten,
diese Erfindung zu stehlen. Tim und die Detektive Schultze
und Schulze wollen Professor Bienlein helfen.
DVD 2: Tim und
Struppi - Der Haifischsee (1972)
Tim wird von seinem Freund, Professor Bienlein eingeladen,
ihn zu besuchen. Der Flug endet mit einer Bruchlandung. Der
Professor entwickelt nämlich einen dreidimensionalen
Fotokopierer, auf den hat es sein Mäzen Rastapopoulos
abgesehen. Mit Hilfe dieses Geräts will dieser den Kunstdiebstahl
weiter perfektionieren. Durch Zufall stößt sein
Hund Struppi auf eine geheime Tür, die ihm zeigt, dass
unter dem künstlichen Haifischsee eine kleine Stadt gebaut
wurde, in der sich Rastapopoulos versteckt.
DVD 3: Tim und
Struppi - Der Sonnentempel (1969)
Mit sieben Archäologen, die in Peru eine alte Inka-Statue
entdeckt haben, geschieht nach ihrer Rückkehr sonderbares:
Sie werden alle von einer plötzlichen Schlafkrankheit
befallen, teilweise schlafen sie beim Autofahren am Steuer
ein. Professor Bienlein trifft es noch härter: Nachdem
er den alten Inka-Armreif angezogen hat, entführen die
getreuen „Sonnensöhne“ den Professor auf
ein Schiff, das ihn zurück nach Südamerika bringen
soll. Reporter Tim, sein Hund Struppi und der wie immer grantelnde
Kapitän Haddock nehmen die Spur des Professors auf…
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Ich mochte die „Tim und Struppi“-Comics immer
sehr gerne. Sie verkörperten für mich das Sinnbild
der Abenteuerlust, verknüpft mit spannenden Geschichten
– so zumindest empfand ich als noch kleiner Junge. Heute
sieht die Welt anders aus, die Comics auch. Und die Animationsfilme
erst recht. Das sich jedoch komplett gezeichnete, bzw. animierte
Filme auch für die große Leinwand des Kinos eignen
sollten, bewiesen einige Filmmacher schon sehr früh.
So auch hier, und zwar aus obiger Auswahl mit dem Titel „Der
Sonnentempel“ von 1969. Der bereits 1961 erschienene
„Fall Bienlein“ hingegen war als TV-Produktion
angelegt. Inhaltlich haben sich die „Tim und Struppi“-Werke
unheimlich stark entwickelt. Nicht alle haben in den beliebten
Comics ihre Vorlage, es gibt auch reine Film-Konzeptionen
fürs Kino.
Vom Animationsstil
her kann die filmerische Umsetzung der Hergé-Geschichten
gefallen, versprühen einen leicht nostalgischen Charme
und dürfen von der technischen Umsetzung her nicht mit
den aktuellsten Zeichentrick-Titeln verglichen werden. Dafür
ist der Stil zu einfach, wenngleich wirkungsvoll. Ab und an
beschreiben die Figuren noch kurz vor Durchführung verbal
und Handlungen und führen sie anschließend aus.
Häufig sind die recht einfach gehaltenen Animationen
nur zu wenig dynamisch gestaltet und bieten nur wenige Bewegungen,
was auf die inhaltliche Geschwindigkeit gar nicht zutrifft.
Denn beispielsweise „Der Fall Bienlein“ verhandelt
wie ein waschechter Krimi, bzw. Thriller.
[Technik]
Von der technischen Seite kann kein allzu grünes Licht
gegeben werden. Vom ersten Eindruck bis hin zur Kompression
gibt es viele Kritikpunkte. Von Beginn an fällt eine
hohe Unschärfe ins Auge, auch wirkt das gesamte Geschehen
recht verschwommen und nicht immer sehr sauber von Verunreinigungen.
Diese Faktoren differieren zwischen den drei Titeln, wobei
der jüngste von ihnen die beste Wiedergabequalität
aufweisen kann. Vom Animationsstil her besitzt der 1.78:1-Transfer
(anamorph) von Natur aus nur wenige Details, es gibt keinerlei
Elemente, wie eine Schattenzeichnung, welche die Plastizität
der Bilder unterstützen. Was bleibt sind plakative Bildbereiche
in einem nicht immer sauberen Darstellungsrahmen. Blockbildungen
oder grobe Verzerrungen treten beim Abspielen nicht auf.
Tontechnisch haben
wir ebenfalls mit einem eher zurückhaltenden Leistungsspektrum
zu tun, wenn man es diplomatisch formuliert. Angesichts des
hohen Alters überrascht einen nicht der monaurale Ton
im Dolby 1.0-Format, welcher wahlweise in den Sprachfassungen
Deutsch oder Französisch vernommen werden kann. Qualitativ
beschränken sich beide Soundtracks auf die Wiedergabe
von Sprache. Diese erklingt auch angenehm sauber, das war
es dann aber auch schon. Dynamik im üblichen Sinne gibt
es nicht, die genutzte Bandbreite ist sehr gering und der
Ton somit ausgesprochen eingeschränkt. Nicht unbedingt
schön, jedoch praxisorientiert und befriedigend.
[Fazit]
Kindsgerechte Unterhaltung? Nicht unbedingt. Für Erwachsene
und diejenigen, die auf dem besten Wege sind, eignen sich
die „Tim und Struppi“-Filme auf jeden Fall. Sie
liegen ein wenig konfus mit ihrer Zielgruppenansteuerung,
da sie ein wenig Thriller sind, an einige Stellen jedoch ein
wenig zu kindisch. Die Box weist mit allen drei Filmen eine
Laufzeit von rund 207 Minuten auf, jeder Film findet auf einer
einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) Platz und kommt mit
einer Altersfreigabe ab 6 Jahren. Nennenswertes Bonusmaterial
kann über die einfach gehaltenen Menüs nicht erreicht
werden. Erscheinungstermin ist der 11. Dezember 2006 zu einem
Preis von rund 27,- Euro.
Andre Schnack
12.12.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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