Die Geschichte beginnt 1942 in Italien, der Krieg verläuft
für Deutschland den Umständen entsprechend gut. Hans von Witzland
(Kretschmann) übernimmt das Kommando eines Bataillons und
wird mit diesen erfahrenen Männern gen Osten geschickt, nach
Stalingrad. Im Radio laufen ständig Siegesmeldungen, der Führer
verspricht den Endsieg, doch ganz so stimmt das alles nicht.
Auf der Reise scherzen die Männer über einen kurzen Sieg über
Stalingrad und machen sich über die leeren Weiten des Landes
lustig. Noch wissen sie nicht, was sie am Ende ihrer Fahrt
erwartet. Schon vor der Stadt wird ihnen klar, daß ein leichter
Sieg weit entfernt liegt. Die Kompanie verschanzt sich in
einem Haus, von anfänglichen 400 Mann sind gerade einmal 62
übrig. Einige Zeit sitzen sie in diesem Haus fest, gegenüber
hausen die Russen, ständig fallen Schüsse. Als nach einer
erneuten Eskalation ein Kollege verwundet wird machen sich
Hans, Fritz (Horwitz), Manfred (Nickel), GeGe (Rudolph) und
Otto (Groth) auf den Weg zum Lazarett. Dort versucht einer
seiner Kameraden durch Waffengewalt eine bevorzugte Behandlung
seines Freundes zu erlangen, der Freund stirbt. Die Gruppe
wird strafversetzt. Mittlerweile ist es Dezember 1942 und
die 6. Armee ist schon seit 4 Wochen eingeschlossen, denn
die Russen brachen ein vielen Stellen wider erwarten durch
und kesselten die Deutschen ein. Hier heißt es für Hans und
seine Kumpanen Minen suchen und entschärfen. Ein ranghöherer
Offizier bietet ihnen einen Einsatz zur Rehabilitation an,
ein Himmelfahrtskommando. Die Handvoll Soldaten steht vor
ihrer größten Mission... oder vor ihrem Tod, wahrscheinlich
aber vor beidem. Denn der Gegner ist nicht nur der Russe,
sondern auch das Wetter.
"Stalingrad" ist brutal, ehrlich und nimmt keine
Hand vor den Mund. Die Bilder der Freundschaft und Kollegialität
wechselt sich ab mit denen des Schreckens, nackte Angst, Wahnsinn
und unmenschliche Brutalität. Trotz einer FSK von 12 Jahren
geht es mächtig zur Sache, einige Szenen erinnern an den erst
kürzlich im Kino gelaufenen
"Soldat James Ryan". Der Film zeigt die nicht
glorreiche Seite des Krieges. Die Geschichte einer Kompanie
und ihr Erleben in einer der grausamsten Schlachten eines
Krieges unseres Jahrhunderts. Bewegende Bilder, gemein und
häßlich wird das Angesicht des Krieges dargestellt. Der Aufbau
des Films gliedert sich in zwei Teile. Der erste findet vor
den Toren Stalingrads statt, der zweite Teil im russischen
Winter, eingeschlossen, den Russen ausgeliefert ein
Krieg ums Überleben. Sets, Effekte und Kostüme sind sehr gelungen,
die ganze Thematik wurde sehr aufwendig umgesetzt. Regisseur
Joseph Vilsmaier gelang ein spannender Film mit einer fiesen
Art die Charaktere dem Zuschauer nahezubringen, um sie dann
anschließend sterben zu lassen. Ausdrücke von Soldaten wie
"der ist kaputt" stellen den Verlust der Realität
und Wahrnehmung der Männer dar. Stalingrad reibt die Männer
auf, macht sie fertig und nimmt ihnen das was Menschen eigentlich
ausmacht, mitunter auch den Glauben an das was sie da tun.
Für Menschlichkeit bleibt in diesem Szenario keinen Platz.
Der Führer ist weit weg, er ist in der fernen Heimat, und
hier gelten andere Gesetze. Es scheren sich die meisten hier
einen Dreck um die Ziele des Krieges, jeder will am liebsten
rasch nach Hause, hier werden nur Befehle ausgeführt und jeder
hat sein eigenes Zeil, alle haben sie dieses gemeinsame Ziel:
überleben.
Die Technik der DVD ist in Ordnung. Zwar bietet die einseitige
Dual-Layer-Disc kein anamorphes Bild, aber trotzdem sieht
das Geschehen gut aus. Der Transfer hat ein Ration von 1.85:1.
Das dargestellte gefällt, der Detailreichtum ist hoch, die
Schärfe stimmt überwiegend und nur sehr selten tritt ein leichtes
Grieseln auf. Etwas störend sind da schon eher die zahlreichen
Bildartefakte, bei hellen Hintergründen fallen diese Dropouts
ins Auge, sonst trüben sie aber kaum das gute Bild. Kompressionsfehler
und andere Störungen bleiben aus. Für einen Kriegsfilm ist
selbstverständlich auch eine adäquate Geräuschkulisse vonnöten,
"Stalingrad" bringt eine solche mit. Der Ton in
Dolby Digital 2.0 hört sich gut an, natürlich wäre ein Multi-Channel-Sound
schöner gewesen, aber da der Dolby Surround-Track dieser Disc
gut abgemischt wurde, macht das nichts. Die meiste Zeit nutzen
nette Stereo-Effekte die vorderen Lautsprecher, die Surround-Boxen
sorgen für mehr Tiefgang und Raumklang, z.B. Gewitter oder
Kriegsgetöse wird von allen Surround-Lautsprechern wiedergegeben,
dabei fällt lediglich ein etwas zu dünner Baß auf. In Kapitel
17 (1:10:50), der Szene, als sich die Deutschen gegen zahlreiche
russische Panzer behaupten müssen, wird vom Sound her einiges
geboten. Auf der Disc befinden sich zwei Tonspuren, beide
in deutscher Sprache, einer in DD 2.0 und einer in MPEG 2.0.
Die Unterschiede der beiden Kompressionsverfahren sind hörbar,
beide leisten aber gute Dienste. Andere Sprachen als Deutsch
tun auch nicht Not, denn der Originalton des Films ist schließlich
Deutsch; Untertitel sind dementsprechend auch nicht vorhanden.
Eine solide Leistung auf dem Sektor der technischen Präsentation,
außerdem ein sehr guter Film. Nur schade das außer dem 133
minutenlangen Streifen nichts auf der Disc ist, nicht einmal
ein Trailer, nur eine Kapitelauswahl (29 Kapitel). Für einen
Preis für rund 50,- DM ist das nicht gerade üppig, wer aber
auf ein anspruchsvolles, technisch gut umgesetztes Kriegsdrama
steht, der kann zugreifen.
Andre Schnack