| Shadow
Boxing
Action/Comedy
[Einleitung]
Russische Filme gehören hierzulande noch eher zu einer
selten vertretenen Gattung und können somit nicht immer
gut mit ihresgleichen verglichen werden. Aus dem Programm
der Sunfilm Entertainment und Tiberius Film erscheint die
Code2-DVD „Shadow Boxing“ (Originaltitel: Boy
s tenyu) von 2005. Verantwortlich als Regisseur und Drehbuchautor
war der russische Landsmann Aleksei Sidorov, der mit „Shadow
Boxing“ nach TV-Produktionen seinen ersten Kinofilm
abdrehte. Ein Nachfolger – „Shadow Boxing 2“
ist bereits in der Vorbereitung und soll 2007 in den russischen
Lichtspielhäusern starten. In den Hauptrollen der Geschichte
eines russischen Boxers sind folgende Darsteller zu sehen:
Denis Nikiforov, Andrei Panin, Yelena Panova, Dmitri Shevchenko,
Alexander Kuznetsov und John Amos. Wir konnten die DVD genauer
unter die Lupe nehmen.
[Inhalt]
Artem (Denis Nikiforov) ist auf dem harten Moskauer Pflaster
in einer Straßengang aufgewachsen. Er hat seine Fäuste
benutzt, um nach oben zu kommen und jetzt steht der Boxer
kurz vor dem Höhepunkt seiner Karriere. Als ihm jedoch
angedeutet wird, den nächsten Kampf zu verlieren, weigert
er sich und steht plötzlich einem ganz anderen Gegner
gegenüber: seinem Schicksal. Denn bei dem Kampf wird
er schwer getroffen und verliert vorübergehend sein Augenlicht.
Trotz der Gefahr, für immer zu erblinden, kehrt er dorthin
zurück, woher er kam – auf die Straße. Drei
Tage hat er Zeit, seine Verräter aufzuspüren, seine
große Liebe vor einem Auftragskiller zu retten und eine
riesige Geldsumme in Sicherheit zu bringen.
(Quelle: Sunfilm/Tiberius Film)
[Kommentar]
Intro und Abspann sind in kyrillischen Lettern im Film-Master
abgefasst. Untertitel gibt es immer dann, wenn englisch gesprochen
wird, was vor allem dann der Fall ist, wenn der amerikanische
Box-Manager auf der Mattscheibe erscheint und lospöbelt.
Ansonsten kann man nun nicht wirklich sagen, dass es sich
bei diesem Werk um einen typischen, russischen Film handelt,
außer, dass er eben Handlungsorte in Moskau aufweist.
„Shadow Boxing“ – ist das „Rocky“
auf Russisch? Was gibt es also, das den Film auszeichnet?
Glaubhafte und passende Darsteller, eine gelungene und spannende
Story und ein bisschen Action. Der Verlauf der Story ist nicht
immer sofort nachvollziehbar, vor allem durch den Einsatz
einiger Rückblenden, die nicht sonderlich angekündigt
werden.
Die Momente im
Ring sind gut getroffen, sie sind schnell und dynamisch, hart
und teils blutig. Dabei spielen Slow-Motions und der Soundtrack
eine gewichtige Rolle und sorgen für die entsprechende
Spannung und Atmosphäre. Immer wieder versetzt uns der
Film dabei kurzfristig in die Ego-Perspektive des Boxers,
zeigt uns die unmittelbaren, gesundheitlichen Folgen der harten
Schläge und setzt uns dem psychologischen Druck aus,
nicht verlieren zu sollen. Doch es geht hier nicht primär
darum zuzuschauen, wie sich zwei knallharte Jungs ordentlich
etwas auf die Glocke hauen. Es geht - neben dem Action-Element
- auch um die dramatischen Momente, die sogar mit etwas Romanze
ausgestattet sind. Neben-Plots gehören dabei ebenfalls
zum verwobenen Programm der Story.
Teils etwas kitschig
und mit leichter, nicht immer logischer Romanze ausgestattet
weist der Titel eine gewisse Frische und Aktualität auf.
Ohnehin wirken die Gesichter vor der Kamera neu, wenn man
sich nicht mit dem russischen Kino auskennt. Es gibt teils
sehr schicke Bilder. Das gesamte Moskauer Nachtleben, erhellt
durch zahlreiche Neon-Röhren, inszenierte man glaubhaft
und gekonnt. Insgesamt ein angenehmer Film, den Regisseur
und Drehbuchautor Aleksei Sidorov hier zum Besten gibt.
[Technik]
Das Bildformat von „Shadow Boxing“ kommt mittels
eines anamorphen 16:9-Bildformats im Ratio 1.85:1 zur Geltung
und erfreut sich von Beginn an seiner knackigen Farbgebung.
Diese Kolorierungen fallen insbesondere in den Aufnahmen des
Moskauer Nachtlebens ins Auge, wenn Scheinwerfer und Leuchtstoffröhren
die Szenerie bestimmen. Dort gehen zwar einige Bilddetails
über Bord, dennoch hält sich das Geschehen und strahlt
einen hochwertigen Charme aus. Kontrast und Sättigungsgrad
befinden sich auf guten Niveaus. Von der Kantenschärfe
und dem Detailreichtum werden durchschnittliche Leistungen
abgeliefert. Die Grundierung des Geschehens gefällt und
ob ruhige oder schnelle Momente, „Shadow Boxing“
versteht ein sauberes und stimmiges Bild abzuliefern. Die
Kompression fällt nicht negativ auf.
Die akustische
Kulisse bestimmen vor allem Dialoge und musikalische Momente.
Hin und wieder gibt es satte Action, die dann auch entsprechend
vom Ton getragen wird. Im Großen und Ganzen hingegen
haben wir es mit einem recht zurückhaltenden Sound zu
tun. Diesen finden wir im russischen Originalton im Format
Dolby Digital 5.1 vor, oder aber alternativ in deutscher Sprache
in den Formaten Dolby Digital 5.1 und DTS. Der Unterschied
unter den beiden Tonformaten ist marginal. Im Vergleich der
beiden Sprachfassungen kommt die russische Originaltonspur
ein wenig authentischer daher. Musikalische Momente füllen
den Klang mit Räumlichkeit und Weite, auch die actionreichen
Box-Szenen bestechen durch eine gewisse Dynamik und vermitteln
Räumlichkeit. Untertitel gibt’s optional in Deutsch.
[Fazit]
„Shadow Boxing“ gefiel mir gut. Nach einem temporeichen
Einstieg legt der russische Film eine Pause ein und die ruhigeren
Momente geben sich mit immer wieder schnelleren Szenen die
Hand. Es gibt eine ausreichend fesselnde Geschichte über
einen Boxer auf einer Laufzeit von stolzen 127 Minuten zu
sehen. Abgelegt auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD
Typ 9). Neben dem Hauptfilm bietet das einfache und doch ansprechende
Menü noch eine Behind The Scenes-Featurette, Interviews
und Trailer an. Weder von der Laufzeit, noch vom Inhalt können
es die Specials mit großen Blockbustern aufnehmen, dennoch
sind sie einen Blick wert und offenbaren Informationsgehalt
über den Titel. Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren,
der Preis der Disc orientiert sich bei knapp unter 20,- Euro.
„Shadow Boxing“ befindet sich seit Anfang August
in der Videothek und seit dem 18. August im Handel.
Andre Schnack
20.09.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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