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Seom - Die
Insel
Drama
[Inhalt]
Eine bezaubernd schöne, mysteriöse junge Frau lebt
am Ufer eines Sees und versorgt Angler mit Lebensmitteln,
Ködern und käuflicher Liebe. Die Urlauber, vor allem
Männer, wohnen in winzigen Hütten auf schwimmenden
Plattformen und vertreiben sich die Zeit mit Angeln, Kartenspielen,
Saufen und Sex. Der zuletzt eingetroffene Gast ist auf der
Flucht. Er hat seine Frau aus Eifersucht getötet und
ist hierher gekommen, um zu sterben. Zwischen der geheimnisvollen
Schönheit und dem Mörder wächst eine bizarre,
von äußerst gewalttätiger Sexualität
geprägte Leidenschaft, aus der es für beide kein
Entkommen gibt.
[Kommentar]
Als normaler Kinofilm kann „Seom“ nicht unbedingt
bezeichnet werden. Vielmehr als künstlerische Visualisierung
konkreter Gedanken, die zu einem Strudel an gewaltigen und
gewalttätigen Bildern zusammengefasst wurden. Kunstgerecht
dargestellt wird hier natürlich auch eine Geschichte
erzählt, wobei diese jedoch beinahe schon in den Hintergrund
rückt. Dafür sorgen nicht nur die Bilder, sondern
auch die voluminöse Musik, die teils Beklemmendheit,
teils Schwermut und einfache Trauer auszulösen versucht
und eine nachdenkliche Stimmung schafft. Die Worte der Figuren
spielen eine untergeordnete Rolle. Eine der beiden Hauptfiguren
spricht die ersten 18 Minuten kein einziges Wort, die andere
hingegen schweigt den gesamten Film, bis auf ein paar Schreie.
Ein Film mit Atmosphäre, der jedoch nicht in die Riege
„spaßiger Unterhaltung“ fällt, sondern
das anspruchsvollere Kino vorzieht. Blutig, erotisch, stellenweise
gar pervers – „Seom“ sollte man gesehen
haben.
[Technik]
Die technische Wiedergabequalität gerät beim direkten
Vergleich mit aktuellen und teuren Filmproduktionen arg unter
Beschuss. Größtenteils mag das an dem vorliegenden
und verwendeten Master liegen, zu einem gewissen Anteil aber
auch an der DVD-Umsetzung. Der Transfer wird im Format 1.78:1
vollzogen, anamorph codiert füllt er die Mattscheibe
eines 16:9-Wiedergabegeräts aus. Am schlechtesten gibt
sich die Kantenschärfe und Klarheit des Bildes. Letztere
kann kaum als solche bezeichnet werden, da den gesamten Film
über eine permanente Softness erkennbar ist. Auch die
Sättigung der Farben und der Kontrast werden lediglich
als mangelhaft beurteilt. Dem Geschehen fehlt es an Frisch,
Plastizität und Gesamtharmonie. Ton gibt es in den Formaten
Dolby Digital 5.1 (deutsche und englisch) und DTS 5.1 (deutsch).
In Reihenfolge nach Einsatz gestaltet sich die tonale Seite
der DVD wie folgt: Musik, Hintergrundgeräusche, Sprachausgabe.
Etwas ungewöhnlich, durch die Technik jedoch gut abgebildet.
Zurückhaltend und ausreichend klar im Klang. Deutsche
Untertitel gibt es optional hinzuzuschalten.
[Fazit]
Dieser Film ist nichts für die breite Masse. Aber das
will er auch gar nicht erst versuchen. Es geht in den rund
86 Minuten um die Abgründe menschlicher Züge, und
der Zuschauer bekommt Dinge zu sehen, die nicht jeder sehen
will. Schauderhaft, grausam und nachdenklich. Die knappen
eineinhalb Stunden wurden in 18 Kapitel unterteilt auf der
einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) abgelegt. Als Bonusmaterial
finden wir folgendes vor: 4 Trailer weiterer Erscheinungen,
der Kinotrailer, Hintergrundinfos zum Regisseur, ein Musikvideo
der Gruppe Concore (Titel: Worm), rund 9 Minuten Interviews
und ein 7minütiges Making Of, welches aber eher als ein
„Behind-The-Scenes“-Feature zu verstehen ist.
Das Menü gelang gut und überzeugt mit einfacher
Steuerung, bewegten Bildern und musikalischer Untermalung.
Wer Filme mag, die sich aus aneinander gereihten Metaphern
und Sinnbildern zusammensetzen, der sollte auch „Seom“
unbedingt zur Kenntnis nehmen. „Stille Wasser sind tief.“.
Eine Story über das Angeln, Sex und dem Schrei des Schmerzens.
André Schnack
03.06.2003
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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