Südamerika, tiefer Dschungel: Ein weißer Mann nimmt an einem
Ritual mit einigen Einheimischen teil. Irgendeine Brühe wird
in einem großen Kessel mit Blättern zusammengebraut. Der Mann
ist Wissenschaftler und arbeitet für ein Museum in Chicago.
Als seine Expedition scheinbar beendet ist und er den Heimweg
nach Amerika antreten will, sucht er panisch den Kapitän des
Schiffes auf, auf dem sich die Ladungen für die Heimat befinden.
Etwas gefährliches scheint in den Kisten zu sein, aber er
kommt zu spät, die Ladung hat schon ihren Platz in dem riesigen
Bauch des Frachters eingenommen. Einige Wochen später treibt
das Schiff offenbar unkontrolliert vor der Küste in der Nähe
Chicagos. Als die Polizei an Bord kommt findet sie keine lebenden
Menschen mehr vor, daß was von der Besatzung übrig ist kann
kaum noch identifiziert werden. Lt. Vincent DAgosta
(Sizemore) ermittelt. Die Ladung wird erst einmal zum Museum
geschafft. Im nachhinein stellt sich das als ungut heraus,
denn auch im friedlichen Museum geschehen auf einmal merkwürdige
Dinge und Menschen sterben. Ob die Vorfälle im Zusammenhang
stehen? Bei den Opfer fehlt jeweils das Herz. DAgosta
wird darauf aufmerksam und vermutet, daß die Morde etwas mit
dem leeren Schiff zu tun haben. Biologin Dr. Margo Green (Ann
Miller) arbeitet im betroffenen Museum und berichtet von den
erhaltenen Kisten, und davon, daß diese außer einigen Blättern
nichts mehr enthalten haben! Irgendwer oder irgend etwas kam
mit der Fracht ins Museum. Der Polizist vermutet schreckliches
und will das Gebäude abriegeln lassen. Dabei trifft er jedoch
auf Granit, denn für die nächste finanzielle Spritze der Stadt
muß unbedingt eine Ausstellung eröffnet werden, an der auch
der Bürgermeister teilnimmt...
"Das Relikt" ist ein erstaunlich schwacher Film.
Wer große Effekte und Special-Effects erwartet, der wird enttäuscht.
Bis auf die letzten Minuten des 105 minutenlangen Films passiert
nicht nur in dieser Hinsicht wenig. Denn leider wird auch
keine ordentliche Hintergrundgeschichte geboten, diese wirkt
schon sehr abgegriffen und unterhält nur bedingt. Richtige
Spannung wird auch nicht aufgebaut, die seltenen Horrorszenen
bestechen lediglich durch einen gehobenen Ekelfaktor. Zwar
hat "Das Relikt" auch seine Momente, überwiegend
wird es aber in Story, Technik und schauspielerischen Darbietungen
von sehr vielen Filmen des Genres weit übertroffen
gewissermaßen spiegelt der Titel des Film auch seine Stellung
unter der Konkurrenz und seine Leistung wider.
Die Technik der DVD macht einen sehr negativen Eindruck:
sie ist praktisch das, was das böse Monster des Films nicht
war: schrecklich! Die fehlende 16:9-Erweiterung verschmerzen
wir noch, da das Bild ansonsten aber auch nichts hergibt,
sind wir schon etwas enttäuscht. Ein guter Transfer einer
VHS-Kassette steht dem Relikt in nichts nach und kann diesem
voll und ganz Paroli bieten. Ständig macht sich eine gewisse
Unschärfe bemerkbar. Außerdem griselt das Bild mäßig stark
und weist des öfteren Kompressionsartefakte auf. Außerdem
wirkt das Geschehen wesentlich zu dunkel und etwas blaß. Die
Misere nimmt beim Sound weiter ihren Lauf. Die einzige Audio-Spur
ist eine Dolby Digital 5.1-Spur, die ihrer Bezeichnung kaum
gerecht wird. Denn Surround-Effekte klingen nur selten an
unser Ohr, zudem nimmt der Zuschauer ein permanentes, leichtes
Rauschen wahr. Untertitel suchen wir vergebens.
Kein Originalton, fehlende Untertitel oder Zusatzmaterialien
keine guten Aussichten. Darüber hinweg helfen auch
nicht die qualitativ minderwertigen Trailer sechs anderer
Filme des Hauses Concorde. Sie können im Prinzip als Werbung
betrachtet werden. Für einen Preis von 50,- DM kann man die
Single-Layer-Disc getrost im Regal stehen lassen, schade,
denn so übel ist der Film gar nicht. Mit einer sehr guten
Technik wäre er sein Geld wert gewesen. Die Disc findet übrigens
in einem ganz üblichen Jewel-Case Platz. Und diese dürftigen
Leistungen sind uns eine "Giftige Gurke"
wert dem Pendant zum "Goldenen
Haken". Da warten wir lieber auf die Code1-Version
von Paramount, vielleicht wird die besser.
Andre Schnack