| Der
Pianist
Drama/War/Crime/Thriller
[Einführung]
Nach dem ersten Ansehen des Pianisten zog ich Vergleiche mit
einem anderen, bereits älteren, sehr bewegenden und in
der Thematik ähnlichen Werk: Steven Spielbergs „Schindlers
Liste“. „Der Pianist“ von Regisseur Roman
Polanski (Chinatown) erzählt ebenfalls eine Geschichte
nach wahren Begebenheiten in der Zeit der Grausamkeiten des
Dritten Reichs. In den Hauptrollen dieses meisterhaften Werks
sind Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Frank Finlay, Maureen
Lipman, Emilia Fox und Ed Stoppard zu sehen. An dieser Produktion
waren zahlreiche Länder beteiligt. Wir konnten einen
Blick auf das verheißungsvolle DVD-Set aus dem Hause
universum film.
[Inhalt]
Warschau 1939: Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt
auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten
Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) die Zeit des Leids. Tagtäglich
wird er Zeuge unerträglicher Demütigung und Brutalität.
Nur mit viel Glück und dank der Hilfe des polnischen
Untergrunds konnte er der Todesfalle des Warschauer Ghettos
entkommen. Voller Angst irrt er allein durch die Stadt, die
sich inzwischen in eine leblose, erschütternde Ruinenlandschaft
verwandelt hat. Eines Tages entdeckt ihn ein Offizier der
deutschen Wehrmacht, Wilm Hosenfeld (Thomas Kretschmann),
der sein Schicksal verändern wird.
[Kommentar]
„Der Pianist“ – das Ergebnis der diesjährigen
Oscar-Verleihung setzt hohe Erwartungen an den Film auf DVD.
Vor dem historischen, schweren Hintergrund findet eine schöne
Erzählung statt. Sets, Kostüme, schauspielerische
Leistungen, hier werden alle Tests mit Bravour gemeistert
und eine ungemein hohe Authentizität erzielt. Ferner
hat der Film Seele und kann mit plastischen Charakterausarbeitungen
aufwarten. Alle Beteiligten leisteten gute Arbeit und so kommt
es, dass bewegendes Kino auf höchstem Niveau vor den
Augen abläuft. Unglaublich authentisch werden die Grausamkeiten
der deutschen Besatzer im Warschauer Ghetto des Zweiten Weltkriegs
dargestellt. Überraschend schockierend in seiner Wirkung
und mit einem leicht Hoffnung verheißenden und subtil
wirkenden Humor ausgestattet, bereitet die tragische Geschichte
auf wahren Begebenheiten eine melancholische Stimmung und
zieht den Betrachter in ihren Bann. Menschlichkeit wurde bedacht
eingesetzt und die grausame Fratze des Krieges mit oft einfachen
und wirksamen Mitteln nah dargestellt. Und ob es die Musik
oder die Bilder sind, der Film berührt. Dieses Meisterwerk
hat inhaltlich die besten Noten verdient.
[Technik]
gekonnt unterstreicht die Technik das Erzählte. Der anamorphe
Breitbildtransfer im 1.85:1-Format vermag durch die passende
Ausleuchtung zu überzeugen. Ergänzt wird dies durch
Farben, die nicht besonders aufdringlich wirken, dafür
aber authentisch und satt. Von klaren und sauberen Konturen
umrahmt fühlen sich die zahlreichen Bilddetails sichtlich
wohl. Positiv abgerundet wird die visuelle Darbietung von
soliden und klassischen Gesichtpunkten, wie einem guten Schwarz-Level
und einer guten Sauberkeit. Auch die Kompression steht ihrem
Mann und bereitet Freude. Klaviermusik und spontan auftretende
Hintergrundgeräusche oder Surround-Effekte und die Dialoge:
in allen Bereichen wird gepunktet. Insbesondere der Mehrkanalton
wird mitunter sehr gekonnt genutzt. Hier wird Klasse bewiesen
und fein aufgeteilt auf die einzelnen Kanäle ein rundum
gutes Ergebnis erzielt. Resultat: lebhafter und räumlicher
Ton, der sich von den klaren Dialogen des Centers distanziert.
Soviel zur getesteten, deutschsprachigen DTS 5.1-Spur. Ferner
gibt es noch eine deutsche und englische Dolby Digital 5.1-Tonspur.
Optionale Untertitel gibt es in den Sprachen Englisch und
Deutsch.
[Fazit]
Dieses wirklich fabelhafte Set besteht nicht nur aus 2 DVDs,
sondern birgt zusätzlich auch noch eine Audio-CD in der
Verpackung. Auf dieser befinden sich Originalaufnahmen von
Wladyslaw Szpilman und Ausschnitte des Soundtracks des Films.
Die beiden DVDs (einseitige Dual-Layer-Discs (DVD Typ 9))
beinhalten den Hauptfilm und das ausführliche Bonusmaterial.
Letzteres besteht aus einer rund 40minutenlangen Dokumentation,
Trailer, Filmografien und zwei Fotogalerien. Das mag quantitativ
nicht sonderlich vom Hocker hauen, begeistert jedoch durch
den ungemein guten Inhalt der Dokumentation. Eine passende
Menügestaltung tut ihr übriges und rundet den Auftritt
angenehm ab. Die FSK des Titels beläuft sich auf eine
Altersstufe von ab 12 Jahren. Erscheinungstermin war der 2.
Juni, das empfehlenswerte Set ist zu einem Preis um die 29,-
Euro zu erwerben und sein Geld in jeder Hinsicht wert, sofern
man auf anspruchsvolle Filmkost steht.
André Schnack
19.06.2003
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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