Bevor
Stephen Sommers 1999 seinen Hit „The
Mummy“ aufs Parkett legte, war er keinesfalls unerfahren
im Action- und Horror-Genre. Diese Tatsache belegte er ’98
mit dem actionhaltigen Horrorspektakel „Octalus“ (engl. Titel:
Deep Rising). Als Darsteller wurden unter anderem Treat
Williams (The Devil’s Own), Famke
Janssen (GoldenEye), Anthony Heald
und Kevin J. O’Connor verpflichtet. Die Code2-DVD des Film
erscheint aus dem Hause BMG Video.
Vielleicht
hätten sie sich alle einen anderen Tag aussuchen sollen, denn
es sollte kein guter werden! Auf der Jungfernfahrt des gigantischen
Luxuskreuzfahrtschiffs Argonautica verläuft vorerst alles
ganz gut. Was die Passagiere nicht wissen, in nicht allzu
entfernter Weite nähert sich ein Schnellboot. Auf diesem befindet
sich Capt. John Finnegan (Treat Williams) und ein Söldnertrupp,
der sich nicht immer untereinander ganz einig ist. Sie wollen
das gute Schiff mittels einiger Torpedos in die Tiefe des
Meeres jagen. Zuvor jedoch soll selbstverständlich die „Schatzkammer“
der schwimmenden Stadt geplündert werden. Nach dem Versenken
des Dampfer wird dann der geistige Vater und Besitzer des
extravaganten See-Mobils eine immens hohe Summe von der Versicherung
bekommen – soweit der Plan; doch alles wird anders! Als die
Gruppe Freiberufsoldaten an Schiff gelangt, scheint dieses
komplett ausgestorben, es wird keine Menschenseele gefunden,
nicht einmal Leichen, dafür aber eine Menge Blut. Die einzigen
Überlebenden sind der Kapitän des Luxus-Liners, der Eigentümer
und die Taschendiebin Trillian (Famke Janssen). Es dauert
nicht lange bis die neu zusammengebrachte Mannschaft bemerkt,
dass sie nicht alleine auf Kreuzfahrt ist, sondern irgendetwas
tödliches, riesiges aus dem Meer an Bord kam und die armen
Seelen „verschwinden“ ließ. Ein unfairer Kampf mit sehr wenig
Aussichten aufs Überleben beginnt...
„Octalus“
ist praktisch der Vorreiter von „The
Mummy“. Regisseur Stephen Sommers schlug eine sehr ähnliche
Richtung ein und man erkennt so einige Analogien zwischen
den Filmen. Nichtsdestotrotz, mit „Octalus“ erzeugte er einen
durchaus spannenden, gruseligen und teilweise witzigen Film,
zudem technisch aufwendig inszeniert. Abgesehen von einigen
logischen Makeln und der Tatsache, dass das Geschehen im Verlauf
der einfachen Geschichte manches Mal etwas unrealistisch und
fernab physikalischer Gesetze spielt, unterhält das Werk prächtig.
„Octalus“ leistet auf vielen Gebieten eine gute Arbeit und
hält was er verspricht: kurzweilige Unterhaltung! Durch den
interessanten und wohlabgeschmeckten Genremix entsteht eine
doch ganz eigene Stimmung, aus anderen Filmen gestohlen wirkt
hier wirklich nichts, wenn auch die Storyline zu wünschen
übrig lässt. Der Film hat seine Momente, zum einen erschreckt
er des öfteren den Zuschauer und zeigt sich so von seiner
Horror-Seite, dann wiederum gibt es immer wieder einen witzigen
Kommentar, der das Geschehen etwas auflockert. Letztlich wurde
noch ein großer Spritzer Action dazugemengt und eine unterschwellig
verlaufende Romanze als Kirsche oben drauf gesetzt – guten
Appetit. Und den werden Fans, die Streifen wie „Deep
Blue Sea“ oder „Virus“ mochten,
hier wirklich verspüren. Freunde des modernen Horrors kommen
voll auf ihre Kosten.
Im
Bereich der Technik hinterlässt die DVD ebenfalls einen guten
Eindruck. Das Bild wurde, entgegen der amerikanischen Version,
in einem anamorphen 2.35:1-Transfer auf die Scheibe gepresst
– wie erfreulich. Die DVD gehört zu den älteren aus dem BMG
Programm und weist ein paar Mängel in Sachen visuelle Leistung
auf, die erfreulicherweise in heutigen Erscheinungen des Hauses
nicht mehr auftreten. Dadurch bedingt, dass es sich um einen
Horrorfilm handelt, spielen zahlreiche Szenen in Düsternis
oder Dunkelheit. Diese Aufnahmen werden leider nicht ganz
so gut durch den Bildtransfer auf den Fernseher gebracht,
es fällt ein Rauschen auf, außerdem wirkt das Bild oft körnig
und grieselig. Ab und an zieht das Geschehen etwas nach und
verliert an Schärfe, überwiegend befindet sich die Kantenschärfe
aber auf einen hohen Niveau, überdurchschnittlich gibt sich
auch der Detailreichtum. Der Kontrast und die Sättigung der
Farben und die Natürlichkeit des Geschehens überzeugen. Kommen
wir zu der Akustik, denn hier kann die DVD richtig punkten.
Wahlweise gibt es einen Dolby Digital 5.1-Ton in deutscher
oder englischer Sprache. Beide Soundtracks haben es in sich
und bringen die Action auf dem Luxusliner gut herüber. Durch
zahlreiche, dynamische Direktional- und Stereoeffekte wird
ein lebhaftes, weites Klangbild erzeugt. Unterstrichen wird
die Räumlichkeit durch wohlplatzierte Bässe und eine recht
ausgewogene Balance zwischen Höhen und Tiefen. Die Dialoge,
egal bei welcher Sprachfassung, erklingen klar und deutlich
und frei von Fehlern aus dem Center-Speaker. Untertitel gibt
es optional in deutschen Lettern.
BMG
brachte mit „Octalus“ eine der ersten DVDs auf den deutschen
Markt, die damals schon zeigten, dass sich Code2-Scheiben
nicht vor US-Discs zu verstecken brauchen. Alleine schon die
Mehrsprachigkeit und der anamorphe Bildtransfer hat diese
Disc ihrem USA-Pendant voraus. Außerdem befindet sich auf
der einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) neben dem ca.
101 minutenlangen Film auch noch einiges an Bonusmaterial!
Bevor der Film startet, wird der Betrachter mit einem Dolby
Digital Trailer begrüßt, es handelt sich dabei um den „Egypt“-
oder auch „Tempel“-Trailer. Durch das hübsche, animierte Menü
gelangt man dann noch zu einer 11 minütigen Dokumentation,
4 Interviews, Biografien und Hintergrundinformationen, 4 TV-Spots
und 2 Kinotrailer und 4 Trailer weiterer BMG Filme. Ein Preis
von rund 50,- DM ist damit mehr als fair. Wer etwas gruselige
Filmkost mit einem tollen Treat Williams und einer hübschen
Famke Janssen sehen möchte, zudem prächtige Unterhaltung sucht,
der wird mit „Octalus“ glücklich. Guter Film, gute DVD.
Andre
Schnack
25.02.2000
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/ Inhalt
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