| Napoleon
und die Deutschen
Dokumentation/Special
Interest
[Einleitung]
Rund 200 Jahre ist es her, da gab es einen Mann aus Frankreich,
der zu einem großen Namen wurde: Napoleon Bonaparte.
Geboren 1769 entwickelte er sich in frühen Jahren zu
einem herausragenden Führer der Massen und bewegte somit
Grenzen, schuf ein gigantisches Reich und starb doch ohne
Erfüllung seiner persönlichen Ziele einsame und
ohne Ruhm und Anerkennung 1821 einsam. polyband veröffentlicht
ein 2-DVD Set mit dem Titel „Napolen und die Deutschen“
und damit gleichermaßen eine 4teilige Sendung über
das politische Schaffen des Mannes, der uns nachhaltige Strukturen
und Verwaltungsmechanismen bis in die heutige Zeit bescherte.
Wir konnten uns das Set genauer anschauen und berichten.
[Inhalt]
Napoleon – der Befreier. Napoleon – der Tyrann.
Was war er für uns Deutsche? Der Name des Korsen ist
eng verknüpft mit der deutschen Geschichte. Seine Truppen
tragen die Ideen der französischen Revolution machtvoll
und mit Gewalt über die Grenzen Frankreichs. Napoleon
besiegt Österreich, zerschlägt das Heilige Römische
Reich Deutscher Nation, er besiegt und besetzt Preußen.
Deutsche Städte werden französisch, Aachen heißt
Aix-la-Chapelle, Köln wird zu Cologne, im Norden entsteht
das Département Elbmündung. Viele Deutsche werden
zu französischen Staatsbürgern, sie lernen nun,
was Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz bedeuten. Und was
es heißt, unter fremder, unter französischer Besatzung
zu leben. Der Vierteiler „Napoleon und die Deutschen“
erzählt die Geschichte dieser Menschen, erhellt ihren
Alltag.
(Quelle: polyband)
[Kommentar]
„Napoleon und die Deutschen“ erzählt die
Geschichte des Wirkens eines großen Staatsoberhauptes,
Feldherren, Politikers und Tyrannen in 4 zusammenhängenden
Sendungen mit einzelnen Schwerpunkten. Es ist die Geschichte
eines intelligenten Menschen, der durch seine Führungsqualitäten
praktisch aus dem Nichts heraus – getrieben durch Machtgier
– ein gigantisches Reich erschuf und sich selbst zum
Kaiser krönte. All das kann selbstredend in jedem guten
Lexikon nachgelesen werden, doch erhalten wir mit dieser 4teiligen
Dokumentation einen sauber aufbereiteten Einblick mit der
Betrachtung verschiedener Faktoren. „Napoleon und die
Deutschen“ erscheint aus der arte Edition, was keinerlei
Aufschluss über den Inhalt prognostizieren lässt.
Die Art und Weise
der Erzählung gelang gut. Es ist weitgehend so, dass
wir nachgestellte Szenen vor die Augen bekommen. Nur selten
streifen historische Akten, Briefausschnitte oder andere Dokumente
die Netzhaut, Filmaufnahmen aus Archiven gibt es selbstverständlich
nicht. Dafür jedoch Blickfänge von Kupferstichen
und fantastischen Gemälden, welche den Zeitgeist im Ansatz
wiedergeben. Dazu erzählt eine Stimme aus dem Off-Overlay
über die historischen Geschehnisse und Ereignisse. Die
gezeigten Darsteller hingegen sagen praktisch nie etwas und
nur selten spricht eine andere Stimme stellvertretend für
den Schauspieler, ebenfalls aus dem Off, um dem Betrachter
ein paar Gedanken zu übermitteln.
Dabei werden unterschiedliche
Schwerpunkte beleuchtet und beispielhaft über jeweils
eine Person plastisch dargestellt. Dies geschieht nicht fiktiv,
sondern auf Basis historischen Wissens, wie den oben bereits
genannten Materialien aus Archiven und Zeitungsartikeln. Dabei
geht die Sendung auf die zahllosen Reformen genau so ein,
wie auch auf Napoleons strategischen Kniffe und seine politischen
Instrumente. Auch interessant sind die herausgearbeiteten
Überlassenheiten, die uns Napoleons Regime bescherte.
Vieles aus unserer heutigen Welt findet seien Ursprung in
der Zeit zwischen 1790 und 1810, Beispiele sind das metrisches
System und die Dezimaleinheiten.
[Technik]
Wir haben es mit einer Dokumentation in 4 Teilen zu tun, die
sich auf zwei DVDs verteilt. Beim Bildformat handelt es sich
um einen anamorphen Breitbild-Transfer im Seitenverhältnis
von 1.78:1, der Transfer ist anamorph codiert auf den Discs
abgelegt und wirkt anfänglich wirklich gut. Doch hier
hält der erste Eindruck nicht lange an. So nehmen wir
schnell einen deutlichen Nachzieheffekten in den Bildern wahr
und können uns nicht immer lobend über die Sauberkeit
äußern. Insgesamt muss man sämtliche Leistungen
eben vor dem Hintergrund sehen, dass es sich um eine mit geringem
Budget gesegnete Produktion handelt. Davon ab wirken die Bilder
ausreichend authentisch und können auch in Punkto Kompression
für Gefallen beim Betrachter sorgen.
Es gibt Ton im
Format Dolby Digital 2.0 in den Sprachfassungen Französisch
und Deutsch auf den beiden Discs vorzufinden. Erwartungsgemäß
hält sich die gesamte Akustik sehr zurück und man
kann festhalten, dass die Dinge, auf die es wirklich hier
ankommt, auch technisch gut gelöst sind. Richtig gut
wirkt die Abmischung des tonalen Vor- und Hintergrundes. Letztgenannte
bietet oftmals ein unverständliches Gemurmel der Protagonisten,
während im Vordergrund der Sprecher den Inhalt kurz zusammenfasst.
Musik setzt ebenfalls hin und wieder ein, hat allerdings nur
eine begrenzte Wirkung durch Einsatz und Lautstärkenabmischung.
Untertitel sind auf der Disc nicht vorzufinden.
[Fazit]
„Napoleon und die Deutschen“ ist eine ganz wunderbare
Dokumentation über einen großen Staatsmann, Führer
und Feldherren. Auf einer Laufzeit von insgesamt 168 Minuten
überzeugen alle 4 Episoden auf ganzer Linie. Der Inhalt
bannt vor das Wiedergabegerät und gibt sich unheimlich
informativ, gar lehrreich. Die jeweils rund 52minutenlangen
Sendungen sind nicht nur spannend aufgebaut, sondern ihre
Laufzeit verrinnt auch wie im Schlaf. Erreichbar sind sie
über ein ganz einfach aufgebautes Niveau, welches die
2 Titel pro Disc (DVD Typus 9, zweischichtig, einseitig) anbietet.
Ein wenig Bonusmaterial liegt den beiden Scheiben ebenfalls
bei. Letztgenanntes setzt sich aus ein paar informativen Features
zusammen, die jedoch angesichts der Leistungen des Hauptprogramms
absolut verblassen. Erscheinungstermin des Titels war der
14. Dezember, der Preis liegt bei rund 19,-- Euro. Von der
FSK als Infoprogramm eingestuft. Empfehlenswert.
André Schnack
27.12.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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