1750 im Grenzland von Argentinien, Paraguay und Brasilien:
ein Priester des Jesuitenordens wird von den Eingeborenen
des Urwaldes an ein Kreuz gebunden und über den Fluß gen Wasserfall
seinem sicheren Tode entgegen geschickt. Kurze Zeit später
macht sich erneut ein Priester, Pater Gabriel (Irons), auf
dem Weg ins lebensfeindliche Gebiet um mit den Einheimischen
Kontakt aufzunehmen. Er wird begleitet von seinem Anhänger
Fielding (Neeson). Seine behutsamen Annäherungsversuche fruchten
ungemein und freundet sich mit dem ansässigen Stamm rasch
an. Er wird in der nächsten Zeit versuchen im von Flußläufen
und Wasserfällen zerklüfteten Gebiet eine christliche Mission
aufzubauen. Ganz andere Pläne und Absichten verfolgt Kapitan
Mendoza (DeNiro), er ist ein gemeiner Söldner, fängt Eingeborene
mit Waffengewalt und überläßt sie der Sklaverei der Kolonialmächte.
Er und sein Bruder streiten sich eines Tages, es geht um eine
Frau. Mendoza ersticht in einem Wutanfall seinen eigenen Bruder
verstört und todunglücklich sucht er Hilfe in einem
Kloster, dort trifft er auf Pater Gabriel, dieser nimmt sich
dem Mann mit Selbstmordgedanken an. Mendoza sucht Buße, er
bittet um Vergebung seiner Sünden. Gabriel nimmt ihn mit zu
seiner Mission, zusammen bauen sie während Jahren schwerer
Arbeit eine friedliche Gemeinde auf, Mendoza findet zum Glauben
und wird selbst ein Priester. Doch Unheil bahnt sich an, die
Kirche steht unter zunehmenden Druck einer politischen Situation,
es geht um Macht und Kolonien. Für die Priester geht es um
alles, um ihre Mission, um das Leben der Eingeborenen und
um ihren ganzen Orden. Die beiden so unterschiedlichen Männer
vertreten andere Ansichten zur Lösung des Problems
ein schwieriger Überlebenskampf beginnt...
Der Film fasziniert gleich auf mehreren Ebenen, da ist die
gefühlvoll inszenierte Geschichte, sie verdient sehr viel
Aufmerksamkeit und Zuneigung, wurde sie doch nach einer authentischen
Gegebenheit erzählt. Dann ist da noch die visuelle und akustische
Ebene, normalerweise unterstreichen diese "nur"
die Geschichte, hier aber besitzt jede autonom ihre eigene
Art und Weise, alles zusammen verflochten ergibt ein wirklich
beeindruckenden Film. Die Aufnahmen Südamerikas, die reißenden
Flüsse, die gigantischen Wasserfälle und der bedrohliche Urwald
wurden perfekt in Bilder gefangen. Zusammen mit der hübschen
Musik, teilweise religiös anmutenden Chorgesang mit Urwaldklängen,
wird eine wirklich tolle Stimmung erzeugt. Die Krone wird
dem ganzen dann noch durch die wundervollen schauspielerischen
Leistungen von Jeremy Irons und Robert DeNiro aufgesetzt
ein wahrlicher Filmgenuß. Aber das macht natürlich noch keinen
guten Film aus, doch hier tritt die ausgesprochen interessante
und hintergrundträchtige Geschichte in Kraft. Die politischen
Beziehungen zur Kirche, deren Macht und die lokale Politik
der Besatzer in einem fremden Land begeistern und erschüttern
gleichzeitig, denn die unsere Geschichte selbst ist die Quelle
dieser Erzählung. Es geht um Vergebung, Liebe zu Gott und
den Glauben, und darum, daß Glaube nicht gleich glauben an
Gott heißen muß. Es geht um Freiheit und Unterdrückung und
um die Kirche, die zwar als Gottes Instrument auf Erden tätig
sein soll, deren Handlungen aber oft fraglich sind. Regisseur
Roland Joffés tragisches, rührendes Drama gewann 1986
eine goldene Palme in Cannes und einen Oscar für die beste
Cinematography (Chris Menges) zurecht.
So gut der Film an sich auch sein mag, die Umsetzung aufs
Medium DVD gelang nur mäßig. Das Bild wird im Ration 1.85:1
auf den heimischen Fernseher transferiert, nicht anamorph
erweitert. Trotz der fehlenden 16:9 Optimierung weist das
Bild einen hohen Grad an Detailgenauigkeit auf und kann auch
mit überdurchschnittlicher Schärfe aufwarten, trotzdem müssen
tiefe Schnitzer hingenommen werden. Denn die zahlreichen Bildstörungen
und häufig auftretenden Unschärfen stören. Nicht selten grieselt
das Geschehen unschön daher und weist Farbrauschen auf. Das
gleiche Phänomen fiel schon bei "Das Relikt" negativ auf. Was die Scheibe
beim Bild an Punkten verliert kann sie aber mit dem guten
Sound wieder wettmachen. Der deutsche Dolby Digital 5.1-Track
macht echt etwas her. Ob es die Geräusche des Urwaldes sind,
die tolle Musik, die Dialoge oder satte Kanonenschüsse
stets behält die Tonspur einen hohen Stand an Qualität. Die
Gespräche erklingen klar und deutlich aus dem Center-Speaker,
aus den restlichen Lautsprechern kommen stimmungsvolle Umgebungsgeräusche.
Einige direktionale Effekte runden das schöne Klangbild ab,
die Surroundlautsprecher werden effizient genutzt und ab und
an meldet sich auch der Subwoofer mit satten Tönchen. Andere
Sprachen oder Untertitel gibt es leider nicht.
Der Film mit einer FSK von 12 Jahren wurde auf einer einseitigen
Single-Layer-Disc abgelegt, da kein Bonusmaterial vorhanden
ist, konnte so zumindest der Platz für den 120 minutenlangen
Film genutzt werden, in Anbetracht des nicht ganz so guten
Bildes ist es aber fraglich, ob so vorgegangen wurde. Einziges
Extra sind Empfehlungen anderer DVDs des Hauses EuroVideo.
Zwar macht die Disc technisch gesehen nicht sonderlich viel
her und Zusatzmaterialien wie Hintergrundinfos oder Biographien
wären auch wünschenswert gewesen, dennoch befindet sich auf
der DVD ein einfach wundervoller Film, und manchmal reicht
das eben aus! Robert DeNiro- und Jeremy Irons-Fans kommen
ohnehin voll auf ihre Kosten, denn die erleben ihre Lieblinge
in Höchstform. Allen anderen sei das Werk aber auch ans Herz
gelegt, besonders wenn man auf Filme mit Landschaftsaufnahmen
und Tiefgang steht, "The Mission" bietet davon reichlich.
Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei knappen 50,- DM.