Auch wenn es schwer ist die Atmosphäre einer Live-Aufführung
herüber zu bringen, kann die Aufzeichnung aus dem Point Theatre
in Dublin überzeugen. Das Geschehen wird im 4:3 Format präsentiert.
Das Bild ist dabei sehr klar und farbenfroh. Sowohl die Helligkeit
und der Kontrast sind sehr ausgeglichen und verlangen kein
aufwendiges Umstellen am Fernseher. Nur in einigen Einstellungen,
bei denen die Kamera direkt in eine Scheinwerfer blickt, wirkt
das Bild zu hell und undeutlich. Der Surround-Sound ist gut
gelungen und weißt kein Rauschen oder Knacken auf. Die Musik
und der Gesang werden sehr deutlich durch die verschiedenen
Boxen wiedergegeben, wodurch eine sehr beeindruckende Geräuschkulisse
entsteht. Unterstrichen wird das ganze durch das Jubeln und
Klatschen des Publikums, das durch die hinteren Lautsprecher
wiedergegeben wird. Das Klangbild ist sehr ausgeglichen und
die Höhen und Tiefen werden klar und deutlich wiedergegeben.
(Ein kleiner Tip am Rande: Um der Atmosphäre eines Konzertes
etwas näher zu kommen, sollte man den Baß etwas erhöhen, wodurch
die Steppeinlagen zu einem wahren Hörgenuß werden). Leider
kann man keine Untertitel hinzuschalten, die Sprachauswahl
am Anfang wirkt sich nur auf die Menüs aus, hier stehen sowohl
englische, französische, spanische, holländische, deutsche
und italienische Texte zur Verfügung.
Polygram Video brachte mit "Lord of the Dance"
eine der ersten Musikal-DVD´s auf den Markt. Auf der Scheibe
findet man neben der 92minütigen Aufführung, die in 23 Kapitel
unterteilt wurde, eine Biographie der Hauptdarsteller und
des Produzenten. Die einseitige Single-Layer-Disc wechselt
für etwa 45,- DM den Besitzer. Eine beeindruckende Bühnenshow
von hoher Qualität, aber leider nur eine mittelmäßige DVD.
Im Bereich der Konzert und Liveaufzeichnungen wird das Medium
DVD bestimmt immer interessanter werden, da es die Technik
ja auch erlaubt mehrere Kameraeinstellungen zu verwenden.
Leider greift "Lord of the Dance" noch nicht hierauf
zurück. Abwarten, was da in Zukunft noch kommt.
Sven Preuß