| Der
Kaiser und sein Attentäter
Drama
[Inhalt]
230 vor Christus. Das Gebiet des späteren China ist in
sieben mächtige Königreiche gespalten. Zwischen
den einzelnen Königreichen herrscht ein grausamer Krieg
um die Vorherrschaft, der das Volk in Angst und Schrecken
versetzt. Der besonders kaltblütige König von Qin
hat eine gewaltige Vision. Er möchte als Kaiser über
ein vereintes und befriedetes Imperium herrschen. Um dies
zu erlangen, zieht er mit seiner grausamen Armee durch die
Lande. Aber das Leben des Königs von Qin ist ständig
in Gefahr. Noch heute erzählen viele Legenden von den
Attentätern, die ausgesendet wurden ihn zu töten.
Meisterregisseurs Chen Kaiges grandioses Historienepos erzählt
eine dieser Legenden: Zu Beginn unterstützt des Kaisers
Konkubine den Traum ihres Herrschers nach Kräften. Doch
im Gegensatz zu einem militärischen Übergriff ersinnt
sie heimlich einen raffinierten Plan, der unnötiges Blutvergießen
vermeidet. Als der Konkubine jedoch bewusst wird, welch hoher
Preis für die Einheit zu zahlen ist, setzt auch sie einen
Attentäter auf den König an...
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Dieses Stück von Regisseur Kaiges hat leider nicht das
gewisse etwas, wie die vorherigen Werke, welche oft durch
emotionale Nähe und dichte Stimmung begeistern und fesseln
konnten. Dem Kaiser und Attentäter fehlt es in einiger
Hinsicht an der notwendigen Aufmerksamkeit, welche beim Herstellen
eines solchen großen Epos’ an den Tag gelegt werden
muss. Historische Korrektheit kann nur bedingt hier angeführt
werden, denn niemanden ist ganz klar, was zur besagten Zeit
genau passierte. Der aktuelle Film „Hero“ behandelt
ein ganz ähnliches Thema: Chinas Vergangenheit und Weg
zu einem gigantischen Reich, bzw. Staat. Zwar hat Regisseur
Kaiges wichtige Themen wie Vertrauen, Kriegsführung,
Verrat, Intrigen und politische Schachzüge, Macht und
Korruption keinesfalls vernachlässigt, doch fehlt es
der Art und Weise der Abbildung etwas an Nähe zum Betrachter.
Denn diesem
fällt es zuweilen recht schwer, die komplizierten Namen
der Figuren und Regionen zu behalten, das komplexe Politik-Geschehen
zu verfolgen und dann auch noch die Charakter-Studien, welche
man auf drei wichtige Figuren beschränkte, zu verfolgen.
Hier und dort ergeben sich trotz der Stoff-Fülle noch
starke Defizite im Stil. Es gibt einfach zu wenig Inszenierungsqualität
bei den actionlastigen Aufnahmen. An den Sets, den Kostümen
und der musikalischen Untermalung liegt es nicht. Doch die
Weiten des Landes und die Pausen vor den jeweiligen Dialogen,
welche sich z.B. aus Blick-Duellen zusammensetzen, nehmen
zu viel Zeit in Anspruch und lassen Durststrecken auf den
rund 160 Minuten Laufzeit entstehen. Ein Film, der Aufmerksamkeit
und Konzentration abfordert.
[Technik]
Der Breitbildtransfer wird anamorph vollzogen und bemisst
sich auf ein Ratio von 1.85:1. Das Breitbild gewinnt durch
die teils weiten Aufnahmen eines riesigen Reichs und den monumentalen
Kamera-Einstellungen von großen und aufwendigen Sets
an Charme und Stil. Dies sagt jedoch noch nichts über
die Wiedergabequalität aus. Hier und dort kann die Kantenschärfe
als gut bezeichnet werden, was jedoch nicht durchgehend der
Fall ist. Mag zum einen an raschen Bewegungen liegen, in denen
die Konturen an Qualität verlieren, zum anderen zeigen
sich jedoch ganze Aufnahmen mit zu weicher und zarter Kantenzeichnung.
Hierunter leidet ein wenig der Detailreichtum und somit der
Gesamteindruck des Geschehens. Kontrast und Farbgebung gehen
soweit in Ordnung.
Der Sound
von „Der Kaiser und sein Attentäter“ kommt
im Mehrkanaltonformat Dolby Digital 5.1 daher und wurde der
Disc in den Sprachen Deutsch und Mandarin gegönnt. Die
nach Aufmerksamkeit ringenden Dialoge sind weitgehend verständlich
und erklingen sauber aus dem Center-Speaker des heimeligen
Surround-Sets. Hintergrundgeräusche und Umgebungstöne
sind an keinem Lautsprecher festzumachen und Actionaufnahmen
beweisen sich mit einer hohen Dynamik. Die Musik befindet
sich förmlich auf einem anderen Layer und bringt von
dort die passende Untermalung. Optionale Untertitel in deutscher
Sprache können hinzugeschaltet werden.
[Fazit]
Inhaltlich ist der Film nicht ganz das, was er hätte
werden sollen. Über eine Gesamtlaufzeit von über
153 Minuten gibt es so manche Durststrecke, geprägt von
einer gewissen Lethargie. Auf der anderen Seite werden hochkomplexe
Intrigen und politische Situationen abgebildet, die unterweil
den Betrachter etwas überfordern, wenn dieser sich auf
eine angenehme Unterhaltung eingestellt hat. Der Titel kommt
auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) daher und
verfügt über eine Wiedergabetechnik mit Stärken
im Akustik-Segment und Schwächen im Bereich der visuellen
Darbietung.
Die zusätzliche
Ausstattung des Films setzt sich aus folgenden Features zusammen:
- Interview
mit Chen Kaige und den Hauptdarstellern
(4 Interviews mit Beteiligten, welche insgesamt rund
30 Minuten füllen)
- Making
Of „Der Kaiser und sein Attentäter“
(zusammenhangsloser Zusammenschnitt unkommen-
tierter Hinter den Kulissen-Aufnahmen, ca. 6 Minuten)
- Trailer
Die Laufzeit
des Bonusmaterials bemisst sich auf ca. 52 Minuten, laut der
Verpackungsangabe. Die Altersfreigabe des Titels wurde mit
FSK ab 12 Jahren festgesetzt. Mit dem 5. Januar liegt die
Veröffentlichung der DVD-Erscheinung schon ein wenig
in junger Vergangenheit. Wer Dramen mag, die Züge eines
monumentalen und laufzeitstarken Epos tragen, der kann hier
einmal reinschauen. Denn es wird eine durchaus interessante
und insgesamt verlockende Alternative zum typischen Hollywood-Kino
geboten.
Andre
Schnack
09.03.2004
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/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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