Frankreich, 1638: Königin Anne von Frankreich (Anne Parillaud)
gebärt den Thronfolger von Louis XIII. Nur wenigen Personen
ist bekannt, daß Königin Anne Mutter von Zwillingen wurde!
22 Jahre später regiert Louis XIV (DiCaprio) Frankreich. Sein
extravaganter Lebensstil und seine unpolitischen Interessen,
die sich meist auf Frauen beschränken, kosten das Geld des
Staates. Außerdem führt der arrogante, selbstsüchtige, junge
König einen verschwenderischen Krieg! Die Kassen sind beinahe
leer und an allen Ecken wird gespart, beim König natürlich
nicht. So kommt es, daß das Volk in den Straßen Paris vorm
Verhungern ist und Aufstände übt! Kein Anlaß zur Sorge für
Louis, er läßt sie notfalls erschießen. Von den Musketieren,
die seinem Vater einst treu dienten, ist nur noch DArtagnan
(Byrne) an der Seite Louis geblieben, dieser führt die Wachen
des Königs. Seine drei Kumpanen Aramis (Irons), Athos (Malkovich)
und Porthos (Depardieu) sind schon seit langem außer Dienst
und pflegen ein ziviles Dasein im Ruhestand. Eines Tages,
auf einem königlichen Ball, fällt das Auge des Königs auf
Christine (Judith Godrèche), die Verlobte von Raoul (Peter
Sarsgaard), Sohn von Athos. Ohne Skrupel läßt Louis Raoul
einziehen und sendet ihn in den Krieg, an die vorderste Front!
Es dauert nicht lange und die Botschaft Raouls Tod trifft
in Paris ein. Ohnehin konnten die ehemaligen Musketiere den
jungen König nicht leiden, doch das war zuviel. Athos schwört
auf Rache, doch DArtagnan dem König Geleit! Aramis hat
die Lösung: der König muß weg er muß ersetzt werden,
durch seinen Bruder, der immer noch gefangen gehalten wird.
Ein Maskenball in naher Zukunft scheint der geeignete Augenblick.
Doch die drei Kameraden haben noch viel zu erledigen und müssen
aufpassen, daß ihr ehemaliger Kampfgefährte und Freund DArtagnan
den Plan nicht vereitelt, denn er patrouilliert vor den Türen
des Königs...
Randall Wallace gelang ein wundervoll in Szene gesetztes
Kostümepos um Liebe, Haß und Freundschaft. Die Darsteller
leisten gute Arbeit und verkörpern glaubhaft die unterschiedlichen
Charaktere. Dabei wurden die speziellen Eigenschaften der
Schauspieler berücksichtigt. John Malkovich als der gute Vater
und ein Mann von Ehre, Jeremy Irons als schlauer Priester
und Depardieu als Saufbold der das Leben liebt alle
gefallen auf Anhieb. Mir persönlich gefiel auch DiCaprio in
seiner Doppelrolle sehr gut (er erhielt meist keine gute Kritik
für den Film). Die Hintergrundgeschichte der pensionierten
Musketiere ist spannend und öfter auch gewollt komisch. "The
Man In The Iron Mask" besitzt auf jeden Fall genug Eigenwert
und kann nicht als lauer Duma-Aufguß gesehen werden! Es macht
Spaß den Film anzusehen und er erfüllt den Sinn und Zweck
der Scheibe: Unterhaltung.
Technisch gesehen steht die DVD ebensogut da. Der Transfer
in anamorphischen 1.85:1 weist keine groben Makel auf. Zwar
hätte das Bild ein wenig schärfer sein können, dafür wirkt
es sehr natürlich, detailliert und kontrastreich, Kompressionsartefakte:
Fehlanzeige. Auf der zweiseitigen Single-Layer-Disc fand außerdem
eine Pan&Scan-Fassung Platz, jede Version hat ihre eigene
Seite. Neben 131 Minuten gutem Bildtransfer gesellt sich eine
passable Leistung der Akustik. Im englischen Dolby Digital
5.1- oder französischen 2.0-Gewand ertönen die fremden Klänge
aus dem Frankreich des Absolutismus; der 5.1-Surround-Sound
ist allerdings besser abgemischt und begeistert logischerweise
mehr als sein 2.0 Partner. Die Dialoge beschränken sich auf
den Center und klingen rauschfrei und deutlich ans Ohr
des Zuschauers. Die Anzahl der Effekte aus den Surroundlautsprechern
fällt gering aus, trotzdem entsteht eine räumliche Geräuschkulisse.
Untertitel sind in englisch, französisch und spanisch vertreten.
"The Man In The Iron Mask" macht sich gut auf DVD.
Ähnlich wie bei "Ronin" (aus gleichem Hause), liegt auch dieser
DVD ein farbiges, 8seitiges, informatives Booklet mit Hintergrundinformationen
über den Film der Scheibe bei. Auf der Disc selbst befindet
sich auch Bonusmaterial: ein Audio-Kommentar des Regisseurs,
einige Zeichnungen zur Maske und zu den Locations und ein
Trailer erfreuen den Cineasten. Für viele (bevorzugt weibliche)
Zuschauer wird aber der Hauptdarsteller schon ausreichen um
das Herz höher schlagen zu lassen und den Preis von ca. 60,-
DM (Listenpreis 25$) zu rechtfertigen. Ein gelungener Abenteuerfilm
mit Top-Besetzung... jedem Filmkenner und Zelluloid-Freund
ans nahe gelegt..... alle für einen, und einer für alle!!!