15 Meter Wellen die mit Geschwindigkeiten von 90 Kilometer
pro Stunde auf ein Riff laufen, für normale Menschen ein Alptraum.
Eine Handvoll Typen auf der Welt stellen sich dieser Herausforderung
und versuchen diese Wellen zu bezwingen. Oder sind sie nur
verrückt ? Dieser Film schildert den Weg dreier Freunde, die
es mit solchen Wellen aufnehmen wollen. Shane (Patrick Shane
Dorian) ein ruhiger und ausgeglichener Typ der darin seine
Bestimmung sieht, Mickey (Matt George) die ehemalige Nummer
Zwei in der Welt, der noch eine Aufgabe sucht und Keoni (Mathew
Stephen Liu) der junge Draufgänger, der sich erst noch in
der Weltelite profilieren will. Diese Freunde reisen zusammen
um die Welt nach DER Welle. Dabei führt sie ihr Weg nach Mexiko,
Bali, Madagaskar und Hawaii. Ihr Leben ist eine Achterbahnfahrt
zwischen coolen Sprüchen, heißen Partys und dem Kick der Riesenwellen.
Auf ihrer Reise treffen sie noch andere Surfer, Legenden wie
Darrick Dörner, Brian Keaulana und Rush Randle, mit denen
sie zusammen trainieren. Bei dem ersten Versuch diese riesigen
Brecher zu surfen stirbt Mickey, da er davon überzeugt war,
daß man diese Wellen auch aus eigener Kraft und ohne Jetski
anpaddeln kann. Shane versucht ebenfalls diese Welle zu besiegen
und begibt sich dabei "In Gottes Hand"...
Zalman King wagte sich mit "In Gottes Hand" auf
unsicheres Terrain, da es nicht viele Surf-Filme wie z.B.
"Endless Summer 1+2" gibt und noch weniger in Hollywood
produzierte Streifen. Auch wenn Surfen immer mehr zum Breitensport
wird, scheinen sich die großen Studios vor dieser Materie
zu fürchten. Dies liegt wohl nicht zuletzt an der Abhängigkeit
vom Wetter und die Gefahr die für die Schauspieler besteht
(Patrick Swayze währe beinahe bei den Dreharbeiten zu "Gefährliche
Brandung" ertrunken!). Mit "In Gottes Hand"
gelang Zalman King aber dennoch ein guter Film, der durch
seine phantastischen Aufnahmen besticht. Glaubhaft wird der
Streifen zusätzlich durch die bekannten Gesichter aus der
Surfszene, denn Hollywood-Schauspieler sucht man vergebens.
Insider werden Legenden wie Darrick Dörner und Brian Keaulana
wiedererkennen, aber auch andere Berühmtheiten geben ein Stelldichein,
wie z.B. Rush Randal und Shaun Thompson. Die Handlung wirkt
an einigen Stellen konstruiert und wirr und übertrieben spirituell.
Trotzdem bringt der Film Spaß und man fühlt sich nie gelangweilt.
Die Kameraeinstellungen sind sehr spektakulär gewählt und
waren wohl nicht immer ungefährlich, denn eine 15 Meter hohe
Welle ist unberechenbar. Desto verwunderlicher ist auch die
gute Qualität der Bilder (Hochachtung vor dem mutigen Kameramann
der sich da rein wagte). Abgerundet wird der Film durch einen
gelungenen Soundtrack, der von ruhigen bedächtigen Tönen,
bis hin zu schnellen, rockigen Stücken reicht und das Geschehen
immer passend unterstreicht. Ein guter Film mit beeindruckenden
Bildern.
Technisch hat Columbia Tristar oder besser das Sony Lab,
das die DVD-Umsetzung übernommen hat, einen sehr guten Job
erledigt. Das anamorphe 2.40:1 Bild (Ja... richtig gelesen,
noch etwas breiter als sonnst) weist keine Fehler oder Rauschen
auf und auch Artefakte sucht man vergebens. Die Farben sind
deutlich und klar und auch der Kontrast und die Helligkeit
sind sehr gut gelungen. Besonders auffällig ist das gute Bild
bei der Darstellung des Wassers, denn bei Filmen wie "Hunt
For The Red October" ist die Bildkomprimierung zu
erkennen und es entsteht ein leichtes Gitter über dem Wasser,
so etwas sucht man bei "In Gottes Hand" vergebens.
Auch der digitale AC-3 Sound hält dieses hohe Niveau und verwöhnt
das Ohr des Zuschauers. Das Klare und weite Klangfeld gibt
die verschiedenen Soundquellen sehr gut wieder und der Subwoofer
bringt das Tosen der Wellen erst richtig zur Geltung. Besonders
beeindruckend neben den Wellen ist die Flucht (Kapitel 5)
gelungen, bei der die Sirenen klar von Hinten zu hören sind.
Der deutsche 5.1 Track ist gut abgemischt und bedarf keiner
großartigen Nachjustierung des Klangfeldes, lediglich der
englische 5.1 Track gibt die Dialoge etwas leise wieder, was
durch eine leichte Erhöhung der Centerlautstärke aber ausgeglichen
werden kann. Zur Abrundung lassen sich auf Wunsch noch englische,
deutsche, polnische, tschechische, ungarische, isländische,
hindische, hebräische, türkische, dänische, schwedische, finnische,
norwegische, holländische und griechische Untertitel hinzuschalten.
Columbia Tristar Home Video hat mit "In Gottes Hand"
eine technisch ausgereifte DVD auf den Markt gebracht. Schon
seit Filmen wie "Starship Troopers" und "Godzilla" wissen wir, daß sie Ihr Handwerk
verstehen und uns mit viel Bonusmaterial verwöhnen. Diesmal
ist es leider etwas mager ausgefallen, so finden wir neben
dem Film, der in 28 Kapitel unterteilt ist, noch den Kinotrailer
und einen DVD-Trailer von Sony, bei denen sich sogar deutsche
und holländische Untertitel hinzuschalten lassen. Außerdem
gibt es eine Biographie der Schauspieler und des Regisseurs.
Verpackt wurde dies alles in einem hübschen Menü. Die 94 minutenlange
Dual-Layer-Disc (Code 1 Version ist doppelseitig) wechselt
für etwa 50,- DM den Besitzer. Zu guter letzt bleibt mir nur
noch zu sagen, daß "In Gottes Hand" kein großes
Kino ist, aber der Film besitzt einen gewissen Charme der
einen schnell in seinen Bann zieht. Für Surffans ist dieser
Film ein Muß, denn wo sonst kann man Monsterwellen in Kinoqualität
bewundern???
Sven Preuß