| Die
Hitlers - Eine Familiengeschichte
Dokumentation/Special-Interest
[Einleitung]
Neben dem bereits bei uns im Test gewesenen DVD-Dokumentationstitel
„Familie Hitler – Im Schatten des Diktators“
erscheint ebenfalls aus dem Programm der universumfilm die
DVD „Die Hitlers – Eine Familiengeschichte“.
Auch hierbei handelt es sich um eine Wissen vermittelnde Dokumentationssendung
über den Demagogen und Kriegstreibers des Zweiten Weltkriegs
und Diktator des Dritten Reichs. Wir konnten uns die Sendung,
welche unter der Leitung von Kai Christiansen und Wolfgang
Zdral entstand, genauer anschauen und berichten aus erster
Hand. Wir konnten mithin einen Vergleich der beiden aktuellen
Sendungen mit ähnlichem Wissensschwerpunkt ziehen.
[Inhalt]
Adolf Hitler schuf den Mythos des Führers, der allein
dem Volk angehört - er vertuschte seine Verwandtschaft
so erfolgreich, dass sie bis heute nahezu unbekannt blieb.
Wie lebten die Angehörigen Hitlers während der Nazi-Herrschaft
und danach? Ein Film über Herkunft und Prägung Adolf
Hitlers, über seine Sicht auf die Familie und deren Sicht
auf ihn. Eine Spurensuche bei den Verwandten im Waldviertel,
bei Nachbarn und Vertrauten. Eine Familiengeschichte über
drei Generationen, geprägt von Inzucht, Bigamie und Kriminalität.
Ein Portrait vom Neffen, der gegen die Nazis in den Krieg
zog, der Nichte, die Adolf Hitlers große Liebe war,
der Schwester, die auch Jahre nach dem Krieg ihn immer noch
verehrte und weiteren Familienmitgliedern. Der Film beruht
auf Gesprächen mit Zeitzeugen, die noch nie zuvor im
Fernsehen zu sehen waren und zeigt bisher unbekanntes Archivmaterial.
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Da wir erst vor kurzer Zeit die Dokumentation „Familie
Hitler“ von Guido Knopp genauer beäugen konnten,
orientieren wir uns innerhalb dieses Reviews an einem Vergleich
zwischen den beiden Sendungen. Ganz anders als in Guido Knopp-Dokumentationen
gibt es hier keine seichte Einführung oder ein bereits
geprägtes Intro, sondern es geht gleich zur Sache. Dabei
fällt sofort auf, dass der Sprecher weniger sympathisch
daher kommt, als in den Knopp-Pendants. Und der Sprecher ist
wichtig, da er den Teil der Wissensvermittlung übernimmt
und praktisch die einzige Quelle gesprochener Worte darstellt.
Man kann dem gesamten Werk seinen eher punktuellen Einmalerhebungs-Charakter
anmerken, wogegen die Guido Knopp-Sendung auf ein bereits
bewährtes Repertoire an Werkzeugen und Methodiken zurückgreift.
Was einige als
weniger professionell einschätzen würden, stellt
für andere eine frische Brise dar. Denn „Die Hitlers“
ist inhaltlich nicht großartig anders als bereits schon
existierende Werke über die Familie des Diktators. Lediglich
die Aufbereitung und Machart ist eben anders, jedoch auch
nicht unbedingt schlechter. Einbußen gibt es im Aufbau
und Ablauf der Sendung, hier kann das Guido Knopp-Pendant
einfach mehr fesseln und durch eine sympathischere Aufbereitung
mehr Punkte einheimsen, als diese Dokumentation. Letztlich
können wir festhalten, dass sich Interessierte auf beide
Fassungen stürzen sollten, da sie sich zwar inhaltlich
ab und an Überschneidungen bieten, jedoch auch Eigenheiten
in sich tragen.
[Technik]
„Die Hitlers – Eine Familiengeschichte“
erscheint im anamorphen Breitbild-Transfer 16:9, was nicht
unbedingt erwartungsgemäß ist oder zu erwarten
wäre. Wir haben es nahezu ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Bildern
zu tun. Jene kämpfen entsprechend mit den altersbedingten
Faktoren, die bei Archivmaterial mit einem Alter von mehr
als 50 Jahren eben auftreten. Da sind Verunreinigungen, schlechte
Ausleuchtungen und mitunter rauschende Bilder keine Seltenheit,
müssen jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass dies eben
die letzten visuellen Nachhalte der Zeit sind, in Kauf genommen
werden. Macht auch nichts, denn der Transfer dieser Leistungen
auf das DVD-Medium gelang gut. Und das ist es, worauf wir
im Zuge eines Reviews achten. Kompressionsartefakte sind arg
selten, wie schön.
Ton haben wir in
deutscher Sprache im Programm. Es gibt eine Dolby Stereo-Tonspur,
der wahlweise auch deutsche Untertitel zuzuschalten sind.
Pragmatisch geht der Sound seinen Weg, instruiert uns über
die Sprecher-Stimme aus dem Off über geschichtliche Fakten
und stellt dabei eigentlich auch die einzige ernstzunehmende
akustische Quelle dar. Hin und wieder etwas Musik und einige
im Nachhinein synchronisierte Archivaufnahmen runden das karge
Angebot ab. Tonal können wir also festhalten, dass es
auf einem sehr eingeschränkten Umfang ein technisch brauchbares
Niveau gibt, welches insgesamt kaum einer Erwähnung wert
ist und niemanden vom Hocker haut – dafür jedoch
auch nicht negativ auffällt.
[Fazit]
Die Sendung beginnt am Anfang. Also beim Vater Adolf Hitlers.
In mehr oder weniger chronologischer Manier wird der Werdegang
vor dem Hintergrund der persönlichen und familiären
Verhältnisse erzählt. Dabei wird sich vorrangig
auf Archivmaterialien und Schriftstücke bezogen. Die
Laufzeit der Sendung bemisst sich auf rund 45 Minuten, abgelegt
auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5). Unterteilt
in 10 Kapitel und mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren
ausgestattet hinterlässt „Die Hitlers – Eine
Familiengeschichte“ einen rundum gelungenen Eindruck.
Im Bereich der Ausstattung trübt sich das Bild, denn
bis auf den Hauptinhalt gibt es keine Inhalte auf der Disc,
die am 19. Juni zu einem Preis von rund 14,- Euro erschien.
Andre Schnack
28.10.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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