| Good
Night, And Good Luck.
Drama/History
[Inhalt]
USA, 1953. Senator Joseph McCarthy inszeniert eine landesweite
Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten, klagt Unschuldige
in Schauprozessen an und zerstört ganze Existenzen. Auch
im Newsroom von CBS ist die Angst angekommen. Doch Fernsehmoderator
Edward R. Murrow (David Strathairn) lässt sich nicht
einschüchtern. Unter dem Motto „Fakten statt Mutmaßungen“
berichtet er in seiner Sendung „See it Now“ über
einen Piloten, der ohne triftigen Grund aus der Luftwaffe
ausgeschlossen wurde. Damit bringt er nicht nur die Armee,
sondern auch Werbekunden und Chefetage gegen sich auf. Trotzdem
bleiben er und seine Mitstreiter, angeführt von dem Produzenten
Fred Friendly (George Clooney) und dem Reporter Joe Wershba
(Robert Downey Jr.), standhaft. In der nächsten Sendung
nehmen sie McCarthy selbst ins Visier. Der holt schnell zum
Gegenschlag aus...
(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)
[Kommentar]
Es geht um Journalismus, Mediengewalt und den notwendigen
Mut aufzustehen, den Finger zu erheben und gegen etwas zu
sprechen, dass auf eine bestimmte Art und Weise als ungerecht
aufgenommen wird. Denunzieren und Einschüchtern sind
Instrumente eines jeden Staatssystems, welches Feinde im eigenen
System vermutet und diese zu bekämpfen versucht - knallhart.
Die USA stellen dabei mit Sicherheit keine Ausnahme dar. In
diesem Titel geht es explizit um Joseph McCarthys vermeintliche
Hetzkampagne gegen kommunistisch denkende Menschen, oder denjenigen,
denen es unterstellt wird. Nachrichten als Geschäft,
Zigaretten rauchende Journalisten und den Gedanken der inneren
Sicherheit prägen dieses Werk genau so, wie der Flair
eines Nachrichtensenders der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Fernsehen
machen war zu diesen Zeiten keine unbeschwerliche Aufgabe,
die mit nicht unerheblichen technischen Aufwänden verbunden
war. Dies will uns „Good Night, And Good Luck.“
jedoch auch nur am Rande vermitteln, was ihm unter authentischer
Atmosphäre auch gelingt. Zu genau dieser genannten Atmosphäre
gehört auch die Darstellung der Figuren, ihre Kostüme,
Masken und die stets verrauchten Sets, in denen die Charaktere
handeln. Beim Anschauen könnte man den Eindruck gewinnen,
dass zur gegebenen Zeit ausschließlich Raucher das Antlitz
unserer zivilisierten Welt bestimmten. Aber genau dieser Faktor
fängt den Charme der Zeit, die Atmosphäre und Stimmung
ganz ausgezeichnet ein.
In
Kombination mit dem Music-Score ergibt sich eine sehr intensive
Wirkung. Die Paranoia eines Staates, der sich scheinbar willkürlicher
Handlungen bedient, um als Gefahren eingestuften Situationen
im Keim zu ersticken, bietet den Kern der Story. Durch eine
gute Regie und passende Darsteller wirkt der Film glaubhaft.
George Clooney schuf einen tollen und spannenden Film, welcher
dank hervorragender Besetzung unheimlich authentisch wirkt.
Nebenher wird dem Reporter Edward R. Murrow ein Denkmal gesetzt.
„Good Night, And Good Night.“ erhielt sechs Oscars-Nominierungen
2005.
[Technik]
„Good Night, And Good Luck.“ macht es dem Betrachter
nicht allzu schwer über die visuellen Leistungen zu urteilen.
Der Transfer erfolgt anamorph und bemisst sich auf ein Seitenverhältnis
von 1.78:1. Es handelt sich – Überraschung –
um einen reinen Schwarz-Weiß-Transfer, der durch eine
gelungene Ausleuchtung und einen angenehmen Kontrast überzeugt.
Das Geschehen im Film ist meist weniger hektisch, Nachzieheffekte
oder andere Störungen treten nicht auf und es werden
ausgeglichene und harmonische Bilder wahrgenommen. Eher selten
wird dem Transfer eine subversive, eigene Sprache zugestanden.
Wenn man denn die wenigen historischen Aufnahmen aus Archivmaterialien
so bezeichnen kann. Sie wirken dem Alter entsprechend, kommen
praktisch nur als Bild-im-Bild-Element vor und der Betrachter
stört sich keineswegs an ihnen. Die Kompression verläuft
ruhig.
Natürlich
haben wir es mit einem Ton im Dolby Digital 5.1-Transfer zu
tun, denn immerhin ist der Film gerade einmal ein Jahr jung.
Es gibt wahlweise die Sprachfassungen Deutsch oder aber der
englische Originalton zu vernehmen, optionale Untertitel sind
in deutscher Sprache hinzuzuschalten. Weniger pompös
und aufdringlich gestaltet sich auch die Akustik von „Good
Night, And Luck.“, denn für einen Polit-Thriller
kann bestenfalls punktuell ein Surround-Effekt zum Einsatz
kommen, wie man ihn aus dynamischeren Filmen kennt. Qualitativ
brauchen sich beide Soundtracks jedoch keineswegs zu verstecken.
Es gibt zahlreiche Umgebungsgeräusche und stellenweise
einen voluminösen Music-Score. Die Dialoge sind klar
und verständlich, Rauschen oder andere Fehler treten
nicht auf.
[Fazit]
Kinowelt Home Entertainment bringt uns mit diesem Streifen
einen sehr guten Polit-Thriller ins Regal, der in keiner gut
sortierten Sammlung fehlen sollte. Er zeigt uns, wie wichtig
freier Journalismus ist, welche Gefahren in seinem Fehlen
liegen und was für Folgen eintreten können, wenn
sich Menschen für ihn einsetzen. „Good Night, And
Luck.“ wird auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD
Typ 9) ausgeliefert und weist eine Laufzeit von rund 90 Minuten
auf. Diese vergehen wie im Fluge und wir werden anspruchsvoll
und spannend unterhalten. Folgendes Bonusmaterial wird über
das einfach strukturierte Menü erreicht:
- Audiokommentar
von George Clooney und Grant Heslov
-
Interview mit George Clooney
-
Die Hintergrundstory des Films
-
Filmfestival Venedig Special
- Die
McCarthy-Ära (Texttafel)
- Trailer
Umfassend
und auch sehr informativ, diese Extras. Denn sie beschäftigen
sich nicht nur auf dem klassischen Weg mit dem Film an sich,
sondern auch mit seinen Hintergründen. Was hier natürlich
mehr Bedeutung hat, da ein politisches Thema unserer Vergangenheit
behandelt wird. Laufzeit und inhaltliche Substanz fallen gut
aus. „Good Night, And Good Luck.“ erscheint am
17. November im Handel. Die Rental-Version kann bereits seit
dem 10. Oktober in gut sortierten Videotheken ausgeliehen
werden. Der Preis liegt bei rund 18,- Euro. Die Altersbeschränkung
liegt bei ab 12 Jahren.
Andre
Schnack
01.11.2006
| Film
/ Inhalt |
: |
     |
Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
| Bild |
: |
     |
| Ton |
: |
    |
| Extras
/ Ausstattung |
: |
    |
| Preis-Leistung
/ Gesamt |
: |
    |
|
| |
|