Drei Frauen reisen mit dem Wagen nach Spanien. Für Frau Rettich
(Berben) wird es die Reise zu ihrem künftigen Ehemann, Sophie
(Hain) möchte aus dem Alltag flüchten, sie möchte ihren Traummann
in der Heimat vergessen, die Czerni möchte einfach mal wieder
Spaß haben, etwas flirten und eine Auszeit von ihrem "etwas"
langweiligen Freund Bart (Dittrich) nehmen. Schon von Angang
an läuft nicht alles gerade nach Plan, Barts aufgetane
Werkstatt, die vor der Fahrt den Wagen noch einmal wartete,
vergaß leider die Schrauben eines Rades anzuziehen. Als dann
Sophie auch noch Diesel anstatt Super tankt, sitzt die kleine
Gruppe erst einmal in Frankreich fest. Zuhause mittlerweile
stirbt Bart beinahe vor Sorge um seine Freundin im potentiellen
Unfallfahrzeug. Auch Herr Bakunin hat Sorgen, sein Buchladen
läuft überhaupt nicht mehr und Krach mit seiner Lebensgefährtin
hat er auch kurzerhand entschließt er sich auf einen
spontanen Trip in den Süden. Auf einer Autobahnraststätte
treffen sich dann der mit Sorgen erfüllte Bart und der flüchtende
Bakunin, zusammen fahren sie den drei Frauen nach. Beide Gruppen
erleben auf ihrer Reise allerhand Abenteuer: von der Lebensmittelvergiftung,
über Totalschäden am Auto bis hin zu Konfrontation mit den
Hütern des Gesetzes und einem Gefängnisaufenthalt. Einige
Tage später gelingt den Männern die Frauen einzuholen, doch
das beschert nur noch mehr Trubel. Denn Sophie bekommt kein
klares Wort mehr heraus als sie plötzlich vor ihrem angebeteten
Bakunin steht, Bart gehts auch nicht gerade gut, denn
er macht Bekanntschaft mit dem Lover seiner Czerni... Zusammen
in einer Wohnung in Barcelona haben alle mächtig viel Spaß,
mehr oder weniger. Bis zur eigentlichen Hochzeit...
Für mich hörte sich der etwas umständliche Titel schon nicht
gerade vielversprechend an, doch wurde ich angenehm überrascht.
Der Film versteht es wirklich zu unterhalten, keine der 95
Minuten Laufzeit kann mit Langeweile in Zusammenhang gebracht
werden. Markus Imbodens turbulente Urlaubskomödie begeistert
mit guten Darstellern, einem erfrischenden Geschichtsverlauf,
einem guten Soundtrack und hübschen Aufnahmen. Wichtigster
Faktor jedoch, die Komik. Und diese kommt nicht zu kurz, viele
Lacher sorgen für gute Laune vorm Bildschirm. Olli Dittrich
macht echt etwas her und muß sich vor den anderen Schauspielern
keinesfalls verstecken, zudem gibt es noch Gastauftritte von
Badesalz, Gisela Schneeberger und der Lachkugel Dirk Bach.
Die Geschichte im Süden Europas bringt eine angenehme Atmosphäre
mit sich, da kommen schon mal Urlaubsgefühle auf. Der gelungene
Soundtrack ausgewählter, allseits bekannter Stücke trägt wesentlich
dazu bei. Einen Ausflug wie ihn die drei Frauen erleben muß
es dann aber doch nicht sein... Eine gekonnt inszenierte,
sehr leichte Komödie, turbulent und flott erzählt! Vielleicht
sollte noch erwähnt werden, daß "Frau Rettich, die Czerni
und ich" kein "Frauenfilm" ist, beide Geschlechter
werden ihren Spaß mit dem Streifen haben. Freigegeben ist
der Film ab 6 Jahren. Das Drehbuch entstand noch dem gleichnamigen
Bestseller von Simone Borowiak.
Die DVD beinhaltet nicht nur einen lustigen Film, sie bietet
auch von der Technik her einiges. Der Bildtransfer wurde 16:9erweitert
(anamorph) und erscheint auf dem Bildschirm im Widescreen-Gewand
(gemessenes Ratio 1.77:1). Die Darstellung wirkt sehr natürlich
und die Farben sind gut gesättigt, die Schärfe ist überwiegend
hoch, nur selten wirkt das Geschehen etwas soft. Die Kontraste
und die Schatten gelangen ebenfalls, Details beherbergt das
Bild en Masse. Alles in allem sehr hochwertig. Ähnlich sieht
es beim Ton aus, auch hier wurde ein qualitativ hochwertiger
Stand erreicht. Der deutsche Ton befindet sich in Form einer
Dolby Digital 5.1-Spur und einer MPEG-Stereo-Spur auf der
einseitigen Single-Layer-Disc. Der 5.1-Track nutzt gut die
Eigenschaften des Mehrkanaltons, Sprache aus dem Center, Effekte
je nach Richtung aus den entsprechenden Lautsprechern und
die Musik klingt wunderbar aus allen Boxen. Es entsteht ein
stattliches Klangbild, wobei die Dynamik etwas zu kurz kommt.
Das liegt aber wohl auch an der Thematik des Films, denn große
Special-Effects, Explosionen und Schießereien fehlen gänzlich,
aber trotzdem gibt es einige gut positionierte, direktionale
Effekte. Die Option Untertitel einblenden zu lassen gibt es
nicht.
"Frau Rettich, die Czerni und ich" ist ein rundum
gelungenes Produkt. Ein Film der zu unterhalten versteht auf
einer DVD die einem technisch sehr hohen Niveau entspricht.
Dank 5.1-Sound und anamorphen Bild hinterläßt die Präsentation
Eindruck, der Film tut sein übriges. Das hübsche Menü bietet
außer der Auswahl des Sounds und einer Kapitelanwahl (17 Kapitel)
auch noch etwas Bonusmaterial. Neben Cast & Crew-Infos
stehen auch noch andere Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Für einen Preis von rund 50,- DM kann man da nicht klagen,
kann ich nur jedem empfehlen der auf leichte, lustige Unterhaltung
steht!
Andre Schnack