Irland im 19. Jahrhundert. Das Volk leidet unter den Lehnsherren
und wird ausgebeutet. Joseph Donnellys Vater stirbt,
seine Brüder haben kein Interesse an dem Land der Familie
und so steht er alleine da. Als die Geldeintreiber des Herren
auch noch das Haus abbrennen lassen, ist er völlig mittellos
und hat nichts mehr zu verlieren. Er will sich für diese Ungerechtigkeit
rächen. So zieht er mit einem Gewehr zum Anwesen des vermeintlichen
Schuldigen und trifft dort unter mißlichen Umständen auf Shannon
(Nicole Kidman). Sie ist die Tochter der Familie Christie
und hat etwas mit Jospeh gemeinsam: sie wollen beide das Land
verlassen, auf eigenen Füßen stehen und machen sie sich auf
nach Amerika. Shannon gibt sich dabei als reiche Adlige aus,
Joseph macht, wider seines Willens, den Diener für sie. In
Boston angekommen stellt sich die ganze Sache aber als schwieriger
heraus, als vorher angenommen. Die beiden werden mit Problemen
konfrontiert, die nicht abzusehen waren. Untergebracht in
einem Freudenhaus erleben die beiden, die sich als Geschwister
ausgeben, eine Menge. Joseph verdient sich Geld mit Boxe,
aber nicht nur hier, sondern auch drüben in Irland läuft nicht
alles reibungslos... Und schließlich brauchen die Beiden Geld
um am Rennen-Um-Land in Oklahoma mitzumachen und sich ihre
Träume zu erfüllen! Gemeinsam durchstehen sie ein schwierige
Zeit und trotz der zahlreichen Gegensätze verlieben sich Joseph
und Shannon...
Ron Howard inszenierte ein tolles, gefühlvolles und actionreiches
Epos im 19. Jahrhundert. Die Geschichte kippt an mehreren
Punkten und schlägt immer wieder eine nicht vorhergesehene
Richtung ein. Mit zeitgemäßen Kostüme und der Musik von John
Williams (Star Wars) wird mächtig Stimmung erschaffen und
der Zuschauer findet sich inmitten des aufbrechenden Amerikas
wieder. Der 140 minutenlange Film ist in erster Hinsicht eine
Romanze und ein Drama. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und
gute Schauspieler unter einer gelungenen Regiearbeit erwecken
das Szenario zum Leben und treiben die Handlung glaubwürdig
vorwärts. Vor allem die Beziehung zwischen Joseph und Shannon
wurde elegant ausgearbeitet und sensibel inszeniert
so könnte es wirklich passieren. Nicht wie in anderen typischen
Hollywood-Love-Storys, in denen die Partner nach einer
Handvoll Tagen in die Koje hüpfen und ein Paar auf ewig bilden.
Nicht nur der Film, sondern auch die Konvertierung auf die
DVD gelang äußerst gut. Das anamorph erweiterte Bild in klaren
2.20:1 hinterläßt einen sehr guten Eindruck. Die Farben sind
stark, kontrastreich und die Konturen sehr scharf. Die schönen
Aufnahmen Irlands und Amerikas erscheinen in einem sehr natürlichen
und detaillierten Bild. Hinzu gesellt sich ein ebenso lobenswerter
Soundtrack. Auf Englisch ertönen sämtliche Signale im digitalen
5.1 Sound aus den Lautsprechern. Musik und Dialoge sind gut
getrennt und einige Effekte aus den hinteren Kanälen vermitteln
ein weites Klangfeld. Wählt der Zuschauer französische oder
spanische Sprache, so wird er mit guten Dolby Surround Tönen
zufriedengestellt. Alle Spuren wurden ordentlich und sauber
abgemischt, wahlweise sind englische und spanische Untertitel
einzuschalten.
MGM bringt mit "Far And Away" den Westen ins Heimkino.
Die abenteuerliche Beziehung von Joseph und Shannon unterhält
ungemein und lebt auf DVD richtig auf. Leute mit einem Hang
zu Liebesfilmen werden sich prächtig amüsieren, aber der Streifen
ist auch durchaus sehenswert, wenn die Romanze nicht zu den
Lieblingsgenres zählt. Neben dem Film befindet sich noch ein
Trailer, Produktions-Notizen und Filmographien auf der einseitigen
Dual-Layer-Disc. Für ca. 60,- DM (Listenpreis 27$) findet
sie Platz in der heimischen Videothek und sollte jedes gut
sortierte Filmkennerregal zieren.
Andre Schnack