Eine ganz normale Schule, die Herrington High in Ohio, normal?
Außer das den Schülern ihre Lehrer öfter mal so vorkommen,
als wären diese von einem anderen Stern. Und in dieser Schule
haben sie damit vielleicht gar nicht so unrecht. Als merkwürdige
Dinge rund ums Schulgelände passieren wird eine Gruppe Jugendlicher
aufmerksam. Es scheinen Menschen ermordet zu werden, diese
wiederum erscheinen den nächsten Tag quicklebendig in der
Schule, sonderbar. Auch Schüler sind betroffen, diese werden
dann zwar zu "Musterschülern", scheinen aber kaum
noch eigenen Geist zu besitzen. Die Lehrkräfte der Schule
verhalten sich zudem zunehmend sonderbar. Als Casey (Elijah
Wood) auf dem Sportplatz ein kleines, fremdartiges, scheinbar
totes Geschöpf entdeckt und dieses mit ins Labor der Schule
nimmt, stellen die Schüler fest, daß hier etwas vor sich geht.
Das kleine Wesen lebt im lokalen Aquarium richtig auf und
attackiert dann auch prompt den ersten Menschen erklärt
das vielleicht auch den extremen Wasserverbrauch der Lehrkörper,
denn diese sieht man ständig etwas trinken und es scheint
sie immer zum kühlen Naß zu ziehen. Die sehr unterschiedlichen
Schüler, Delilah (Jordana Brewster), Stokely (Clea DuVall),
Marybeth (Laura Harris), Zeke (Josh Hartnett), Stan (Shawn
Hatosy) und Casey wollen sich an die Polizei wenden, doch
auch diese scheint schon infiltriert. Aus der Schule heraus
verbreitet sich die Invasion rasch, für die Parasiten kommt
da das Football-Spiel am Freitag dieser Woche gerade recht.
Doch die Gruppe tapferer Schüler hat andere Pläne, sie nimmt
den Kampf gegen die außerirdische Macht auf und sucht nach
der Quelle des Übels, die Königin der Brut. Ob sich aber der
Schulmannschafts-Coach (Robert Patrick) und die anderen Mitglieder
der Fakultät so leicht unterkriegen lassen?
Die Geschichte an sich und der Verlauf sind keinesfalls neu
oder innovativ. Doch wenn sich Scream-Drehbuchautor Kevin
Williamson und From Dusk Till Dawn-Regisseur Robert Rodriguez
zusammenhocken, dann kann man sich vorstellen was dabei herauskommt,
etwas, daß sich von anderen Filmen unterscheidet! Und das
Ergebnis kann sich sehen lassen. Trotz einer recht voraussehbaren
Geschichte sorgt "The Faculty" für 104 Minuten Spannung
und Schrecken. Auch wenn man schon mit einem bestimmten Ausgang
einer Situation rechnet, so wurden die Szenen so geschickt
ausgearbeitet, daß ein Aufschrecken garantiert ist! Anfangs
läuft der Film nur sehr gemächlich an, nimmt dann aber an
Tempo zu und spätesten nach einer knappen Stunde gehts
richtig runde. Bis zum bitteren Showdown bleibt der Film rasant
und schnell. Der Horrorfaktor hält sich in Grenzen, zu ekeln
gibt es recht wenig, trotzdem inszenierte Rodriguez seinen
Film sehr gekonnt und stimmungsvoll. Er kombinierte die Elemente
der Science-fiction und des Horrors gut. Neben einigen netten
Ideen und kleinen Überraschungen sorgen vor allem die recht
jungen Schauspieler für ein angenehmes Sehen. Nette Geschichte,
gute Darsteller, viel Spannung und Atmosphäre, da fehlt doch
noch etwas. Genau, die Musik; auch hier gaben sich die Filmemacher
mächtig Mühe und formten einen rockigen, hippen, typischen
90er Soundtrack zusammen. Das ganze wurde dann noch
mit guten Special-Effects abgeschmeckt und mit einem Touch
Beverly Hills 90210 versüßt (wegen der ach so hübschen, jungen
Hauptrollen). Eine gute Leistung, obwohl ich etwas mehr erwartet
hätte auf der anderen Seite jedoch beweist Rodriguez
sein Talent und zeigt, daß er nicht nur (recht hirnlose) Schieß-Filme
machen kann.
Ein rundum gutes Bild liefert die DVD auf alle Fälle. Doch
der Transfer in nicht 16:9 erweiterten 1.85:1 hätte besser
ausfallen können. Die Sättigung der Farben gefiel mir, alles
wirkt sehr natürlich und nicht übertrieben eingefärbt. Trotzdem
verschwinden einige Details in den Schatten, der Kontrast
gibt nicht sonderlich viel her, darunter leidet auch der Umfang
der sichtbaren Details. Dafür befindet sich der Schärfegrad
auf überdurchschnittlichem Niveau. Ein leichtes, gelegentliches
Rauschen stört kaum. Neben dem soliden Bild gesellt sich ein
guter Sound. Der englische Dolby Digital 5.1 Soundtrack versteht
zu unterhalten. Besonders die temporeiche Musik hinterläßt
Eindruck, sie dringt aus allen Lautsprechern sehr dynamisch
ans Ohr. Aber auch Sprache und sonstiger Ton wurden gut abgemischt.
Direktionale Effekte treten oft auf und wurden gut positioniert.
Die Dialoge vernimmt der Zuschauer klar und deutlich, entgeht
einem jedoch trotzdem mal ein Wort, so bieten die englischen
Untertitel Abhilfe.
Typisch Buena Vista, nicht viel los auf der Disc. Der Film
erscheint zwar unter der Tochterfirma Dimension Home Video,
weist aber das klassische Buena Vista-Syndrom auf: weder anamorphes
Bild noch Bonusmaterial, von einem Trailer mal abgesehen.
Der anderthalb stundenlange Film wurde in 31 Kapitel unterteilt
und befindet sich auf einer einseitigen Single-Layer-Disc.
Knapp 60,- DM (30$ Listenpreis) müssen für diese Code1-Scheibe
berappt werden. Aber das Geld ist die Disc auch Wert, sie
wird jedem der Sci-fi-Filme und etwas Horror mag sehr gefallen,
Robert Rodriguez-Fans kommen trotz der etwas anderen Thematik
auch auf ihre Kosten. Empfehlenswert.