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eXistenZ
Science-Fiction
[Einleitung]
Cyber-Thriller, ein nicht gerade sehr großes Genre, erlebte
1999 seinen Höhepunkt mit Filmen wie „The
Matrix“, „The 13th Floor“ und David Cronenbergs „eXistenZ“!
Was ist real, was ist unreal? Diese Frage stellt auch Cronenbergs
Werk. Mit Jude Law und Jennifer Jason Leigh in den Hauptrollen
fesselt der Sci-Fi-Thriller vor den Fernseher. In weiteren
Rollen sind Ian Holm, Willem Dafoe und Christopher Ecclestone
zu sehen. Diese deutsche Code2-Version des Film erscheint
nun von Kinowelt Home Entertainment.
[Inhalt]
Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) ist die Spiele-Designerin
schlechthin. Bei einer Präsentation ihres neuesten Werks,
genannt „eXistenZ“, in einem ausgewählten Kreis von Leuten,
läuft leider einiges schief! „eXistenZ“ ist ein Virtual-Reality-Game
ungeahnter Ausmaße, es gaukelt den Spielern eine komplette,
virtuelle Welt vor. Während der Vorstellung zieht einer der
Besucher eine Waffe und verletzt Allegra und beendet die Show
mit Panik! Verwundet nimmt sie mit dem unerfahrenen Wachmann
Ted Pikul (Jude Law) die Fluch auf. Doch diese erweist sich
als äußerst schwierig und Allegra glaubt, der einzige Weg
und Schlüssel scheint in ihrem Spiel auffindbar zu sein. Alleine
wird sie jedoch keine Chance haben, sie braucht einen Mitspieler:
Ted. Kurzerhand wird Ted ein Bioport besorgt und „eXistenZ“
betreten. Schon bald gerät alles aus den Fugen, niemand scheint
mehr der zu sein, der er zu sein schien! Die Beiden machen
die Begegnung mit einer Bewegung gegen diese Spiele, die „Anti-eXistenZialisten“
wollen Allegras Tod. Außerdem lechzen zwei gigantische Software
Unternehmen nach der besten Spielesoftware. Und irgendwo dazwischen
befinden sich nun Allegra und Ted. Und um so mehr sie auf
die Fragen Antworten suchen und sich immer wieder ins Spiel
klinken, desto mehr Zweifel entstehen: was ist die Wirklichkeit
und was ist das Spiel? Die Grenzen verschwimmen, der Bezug
verschwindet...
[Kommentar]
Bizarr und surreal, beängstigend und nachdenklich – Cronenbergs
neuestes Werk hat es in sich. Wo „The Matrix“ mit sauberen
Schnitten und einem stets klaren Bezug aufwartet, da streut
„eXistenZ“ Chaos und Verwirrung. Die Idee des Film ist genial,
und auch gar nicht einmal so weit hergeholt. Die Umsetzung
dieser Fiktion gelang Cronenberg gut, wenn wahrscheinlich
mit heutigen Mitteln auch technisch mehr möglich gewesen wäre.
Unser menschliches Dasein, unsere Existenz und offensichtliche
Realität, wirft der Regisseur und Drehbuchautor Cronenberg
lachend, in einem teilweise ekelhaft anmutenden Szenario komplett
über Bord. Eine intelligente Geschichte mit viel Spannung
und einigen irren Wendungen sind das Resultat. Die Darsteller
wurden mit Bedacht gewählt und gefallen allesamt.
Der Regisseur schafft eine bedrückende und merkwürdige Stimmung,
in der der Betrachter das Gefühl bekommt, dass nichts, aber
auch gar nichts nun die wirkliche, objektive Realität ist!
Seine Zukunftsvision ist fernab der üblichen elektronischen
Computergeräten, hier kommen merkwürdige, extra hierfür gezüchtete
Bio-Rechner zum Einsatz – Cyberthriller mit Ekelfaktor! Nach
den herunterlaufenden Credits fragt sich der eine oder andere
bestimmt: „was wäre wenn...?“ – und das gelingt nicht jedem
Film. Was ist das Spiel, was die Realität? Dieser Frage müssen
sich nicht nur die Figuren im Film stellen – denn dieser hinterlässt
beim Zuschauer ungehemmten Eindruck. Wer die Matrix mochte,
der darf „eXistenZ“ nicht missen!
[Technik]
Die Code2-Fassung von „eXistenZ“ aus dem Hause Kinowelt kommt
auf einer technisch sehr gelungenen DVD. Das anamorphe Bild
im Originalkinoformat von 1.85:1 erweicht den Betrachter mit
hervorragenden Werten. Das ausgewogene, lebhafte und sehr
natürlich wirkende Bild zeichnet sich durch einen sehr hohen
Kontrast und eine natürliche Farbsättigung aus. Zudem hinterlässt
das Geschehen auf der heimischen Mattscheibe den Eindruck
einer ungemein hohen Plastizität und Natürlichkeit. Die Farben
geben sich knackig und die Konturen sind sehr scharf, es fallen
erstaunlich viele Details ins Auge. Selbst in den zahlreichen,
oft sehr dunklen Aufnahmen leidet der Detailreichtum kaum.
Kompressionsartefakte, Drop-Outs oder andere negative Beeinträchtigungen
des Sehvergnügens tauchen nicht auf – insgesamt eine sehr
gute Darbietung, die die Leistung der Code1-DVD sogar leicht
in den Schatten drängt.
Die Akustik der DVD fällt ebenso positiv auf. Es werden 4
Tonspuren geliefert, zwei in deutscher und englischer Sprache;
jede Sprachfassung in Dolby Digital 5.1 und Dolby Surround-Ton.
Die Synchronfassung ist dem Originalton nahezu ebenbürtig,
vermag nur nicht mit der Sprache an das Niveau der englischen
Version heranzureichen. Ansonsten stimmt hier alles, besonders
bei den 5.1-Tonspuren: einige gute Direktionaleffekte, gute
Wiedergabe der Musik und zudem eine klare und verständliche
Sprachausgabe. Die Lautsprecher werde diskret angesprochen
und die Effekte sind so gut zu lokalisieren. Und nun etwas
besonderes: die Untertitel des Films, englische und deutsche
sind vorhanden, sind alle optional; Zwangsuntertitel gibt
es nicht!
[Fazit]
Der Satz auf dem Originalfilmplakat lautet: In Wirklichkeit
- ist die Wirklichkeit - nicht Wirklichkeit. Sehr passend
und reichlich abgedreht, eben genau wie das neueste Werk Regisseurs
David Cronenbergs. Von der Matrix verwöhnt hatte stellte ich
sehr hohe Erwartungen an „eXistenZ“, und der Film erfüllte
diese! Bisher kam mir noch nichts dergleichen vor die Augen,
selbst die Matrix scheint dagegen sehr übersichtlich, verständlich
und wirkt „klein“ gegen die Ausmaße von „eXistenZ“. 93 rasch
vergehende Minuten läuft der Cyber-Thriller und unterhält
dabei prächtig. Der Film befindet sich auf einer einseitigen
Dual-Layer-Disc und wartet zudem noch mit sinnvollen Zusatzmaterialien
auf. Neben den 4 Tonspuren und den Untertiteln auf englisch
und deutsch gibt es über das hübsch animierte Menü auch noch
ein interessantes Making Of (10minutenlang), einen Trailer,
eine umfangreiche Dokumentation (55minutenlang) und einen
DVD-ROM Teil mit dem Demo des Computerspiels „Shadowman“.
Das ist doch ordentlich, oder? Zu einem Preis von rund 40,-
bis 50,- DM wird dem Käufer da ein sehr attraktives Angebot
gemacht. Wir sagen: zugreifen und genießen! Sehr empfehlenswert.
Achtung: Die Disc erscheint am 25.04. als Rental-DVD
und wird ab dem 25.07. als Kauf-DVD erhältlich sein!
„eXistenZ“
ist Kritik an den Medien, die Computerspielekultur und die
Entwicklung in Sachen VR. Beklemmend, eiskalt und beängstigend
interessant!
Andre
Schnack
24.04.2000
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/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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