| Der
ewige Gärtner
Drama/Thriller
[Inhalt]
Justin Quayle (Ralph Fiennes), Diplomat im britischen Hochkommissariat
in Nairobi, ist ein besonnener Mann, der Konflikten eher aus
dem Weg geht und sich mit Hingabe seinem Hobbygarten widmet.
Sein beschauliches Leben endet mit dem Tag, an dem seine Frau
Tess (Rachel Weisz) bestialisch ermordet wird. Auf der Suche
nach ihrem Mörder findet Justin heraus, dass Tess den
illegalen Machenschaften eines britischen Pharmakonzerns auf
der Spur war, in die selbst Vertreter aus höchsten Regierungskreisen
verwickelt zu sein scheinen. Je intensiver Quayle die Nachforschungen
seiner Frau fortführt, desto mehr bröckelt auch
seine diplomatisch-beherrschte Fassade. Er entdeckt nicht
nur posthum die grenzenlose Liebe zu seiner Frau, sondern
übernimmt auch Stück für Stück ihr leidenschaftliches,
bedingungsloses Engagement...
(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)
[Kommentar]
In zwei Richtungen erzählt die Geschichte des „Ewigen
Gärtners“. Da wäre zum einen durch Rückblenden
das Leben der ermordeten Ehefrau Tess ein Kanal, und zum anderen
die fortlaufende Geschichte ihres Mannes Justin, der zunehmend
entdeckt, dass er das Werk seiner Frau fortführen muss,
um aufzuklären, warum man sie ermordete. Beide Stränge
der Story werden zeitlich gesehen in die entgegen gesetzten
Richtungen gesponnen, einmal in die Vergangenheit und einmal
– wie üblich – in die fortlaufende Gegenwart.
„Der ewige Gärtner“ erzählt ein Drama
und einen Thriller zugleich. Die Geschichte der ermordeten
großen Liebe und des zweiten Themenblocks, einer Verschwörung
zwischen Regierung und einem Pharmakonzern, sorgt dank authentischen
Zügen für einen teils beängstigenden Grad an
Realismus. Denn es wird kein klarer Ablauf geboten und am
Ende der Story wird auch nicht alles gut. Es geht um das undurchschaubare
Verhältnis von Regierung, Pharmakonzern und einzelnen
Beteiligten.
So bleibt
der Betrachter längere Zeit am Grübeln, die einzelnen
Motive der Beteiligten sind nicht immer klar zu erkennen –
wie in der Wirklichkeit eben. Dass eine solche romanträchtige
Grundlage sich nur dann zu einem wirkungsvollen Drama entwickeln
kann wenn die darstellerischen Leistungen die Story transportieren,
ist nicht erst seit „Der englische Patient“ oder
„The Insider“ bekannt.
Ralph Fiennes und Rachel Weisz leisten ausgesprochen gute
Arbeit und gehen in ihren Rollen vollends auf. Zur überzeugenden
schauspielerischen Leistung gesellen sich fabelhaft abgedrehte
Bilder wunderbarer Sets, eine wirkungsvolle musikalische Begleitung
und gute Kostüme. Mit dem Farbeinsatz arbeiteten die
Filmemacher innerhalb des Werks um bestimmte Stimmungen zu
verdeutlichen, auch dies gefällt gut. Im Zusammenspiel
entsteht letztlich ein anspruchsvolles und facettenreiches
Filmwerk hoher Güte mit Stimmung und Tiefe.
[Technik]
„Der ewige Gärtner“ erscheint in einem sehr
stimmungsvollen visuellen Gewand eines anamorphen 16:9-Breitbilds
mit dem Abmessungsverhältnis von 1.85:1. Seitens der
Verantwortlichen legte man viel Wert auf kräftige Farben,
einen hohen Kontrast und knackige Bilder. All das erzeugt
auf Anhieb ein sehr plastisches und dreidimensionales Geschehen,
welches nur selten zum zarten Überstrahlen der gut gesättigten
Bild-Elemente führt. Viele der Bilder bieten natürliche
Farben eines sehr gut ausgeleuchteten Set-Ensembles in Afrika.
Weite Flächen sind überzogen mit einem leichten
Gelb-Schleier, der ab und an ins Bräunliche abdriftet.
Die Kantenschärfe kann gerade so noch als gut bezeichnet
werden, denn sie leidet hin und wieder unter dem wahrnehmbaren
Rauschfaktor der plakativen Bildpartien. Davon ab bekommen
wir keine Störungen oder Verunreinigungen zu Gesicht
und die Kompression tritt sehr selten in Erscheinung.
Tontechnisch
stellt sich „Der ewige Gärtner“ auf einem
Leistungs-Niveau wie Genre-Konsorten a la „Der englische
Patient“. Die Musik ist allen voran dienlich eine entsprechende
Dramatik zu unterstreichen und kann sich in diesem Werke oftmals
auch mit tragischen Klängen beweisen. Abgemischt im Dolby
Digital 5.1-Format gibt es wahlweise englischen oder deutschsprachigen
Ton, zusätzlich kann noch eine deutsche 6.1 DTS ES-Tonspur
und eine Hörfilmfassung für Blinde ausgewählt
werden. Englischsprachige Untertitel sind nicht vorhanden,
lediglich in deutschen Lettern, auch für Hörgeschädigte.
Sprachausgabe und Surround-Effekte haben ebenfalls eine hohe
Wichtigkeit und gefallen qualitativ, ohne dabei jetzt vom
Hocker zu reißen. Eine insgesamt passende und aus technischer
Sicht gute Leistung.
[Fazit]
Der Kinowelt Home Entertainment-Titel „Der ewige Gärtner“
ist auf der einen Seite eine scheinbar sehr gelungenen Roman-Verfilmung,
auf der anderen ist er ein dichtes, romantisches und doch
spannungsreiches Filmwerk über Liebe und Korruption.
Die uns vorliegende Einzel-DVD (gleicher Inhalt wie die Rental-Fassung), eine einseitige Dual-Layer-Disc
(DVD Typ 9), kommt auf eine Laufzeit von rund 123 Minuten
und fasst neben dem Hauptfilm lediglich 10 Trailer zu weiteren
Kinowelt Home Entertainment-Veröffentlichungen. Die am
25. August erscheinende Special Edition des Films wird über
mehr Bonusmaterial verfügen, und zwar:
- Making
of, Deleted Scenes
- Erweiterte
Szene
- TV-Spots
- Featurettes
- Interviews
- Szenen
vom Dreh
- Trailer
Die Altersfreigabe
liegt bei ab 12 Jahren. „Der ewige Gärtner“
ist ein schöner Film und Fans der beiden Hauptdarsteller
sollten sich auf das gelungene Zusammenspiel einlassen um
somit in den Genuss einer tollen Geschichte und einer technisch
gelungenen DVD zu kommen.
Andre
Schnack
10.08.2006
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/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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