| Die
Wahrheit über den Da-Vinci-Code - Das Sakrileg entschlüsselt
Dokumentation
[Einleitung]
Ob nun erst das Buch da war, dann der Film kam, oder das ganze
Drumherum umgedreht. Heute interessiert das zunehmend weniger
Menschen und irgendwie wird alles möglichst multimedial
verwurstet und ausgeschlachtet – klar, denn die Welt
dreht sich schneller und die Zeit ist knapp. Nachdem nun „Apollo
13“-Regisseur Ron Howard Dan Brown’s Erfolgs-Roman
„The Da Vinci Code“ – oder hierzulande „Sakrileg“
– in einen typischen Hollywood-Titel mit Top-Darstellern
wie Tom Hanks verwandelte, war es nur noch eine Frage der
Zeit, bis noch weitere Sendungen rund herum ums Thema aus
der Erde sprießen. Nur wenige erheben Anspruch geschichtliche
Korrektur aufzuzeigen. Aus dem Programm der universumfilm
erscheint „Die Wahrheit über den Da-Vinci-Code
- Das Sakrileg entschlüsselt“ und wir konnten einen
Blick auf die DVD-Fassung werfen.
[Inhalt]
Dan Brown hat mit seinem jüngsten Bestseller „The
Da Vinci Code – Sakrileg“ die Fantasie eines Millionenpublikums
beflügelt. Der Film zum Buch startet am 18. Mai 2006
in den deutschen Kinos. Die provozierende Geschichte und der
ausführlich geschilderte historische Hintergrund führte
viele Leser - und vermutlich bald auch viele Kinozuschauer
- zu der Frage nach den Quellen, aus denen der Autor schöpft.
Was ist hier Fakt und was Fiktion? Diese DVD versucht diese
Fragen zu entschlüsseln! Dan Burstein lässt Experten
verschiedener Disziplinen zu Wort kommen - Archäologen,
Theologen, Kunsthistoriker, Philosophen und Naturwissenschaftler
- und viele, auf die Dan Brown sich beim Schreiben seines
spannenden Thrillers stützte. Sie trennen Fakt und Spekulationen
von purer Fiktion.
War Jesus tatsächlich
mit Maria Magdalena verheiratet? Wurde sie - nicht Petrus
- von ihm beauftragt, seine Lehre zu verkünden? Hat sie
ihr eigenes Evangelium verfasst? Hatten die beiden ein gemeinsames
Kind? Leben ihre Nachfahren noch heute unter uns? Waren einige
Genies aus Kunst und Wissenschaft, wie Leonardo da Vinci und
Isaac Newton, wirklich Mitglieder von Geheimgesellschaften,
die über stichhaltige Informationen zu diesem historischen
Tatbestand verfügten? Und hat Leonardo sein geheimes
Wissen zum Beispiel im Gemälde „Abendmahl“
und anderen Werken verschlüsselt angedeutet? „Die
Wahrheit über den Da-Vinci-Code - Das Sakrileg entschlüsselt“
ist das ultimative Handbuch zum Roman bzw. zum Film. Der neugierige
Leser und Zuschauer findet hier maßgebliche Untersuchungen
zu den zentralen Themen des Thrillers.
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Diese Dokumentation lässt zwar viele Fachmänner
und Experten zu Wort kommen, kann jedoch ihre eigentliche
Ausrichtung und ihre Zielsetzung nicht ganz eigenständig
definieren. Nach Ablauf der 10. Minute haben wir bereits eine
Handvoll Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Religion
in Auszügen vernommen, wirklich schlauer sind wir jedoch
noch nicht. Denn die Sendung läuft rasant Gefahr sich
zu verzetteln. Zu viele Themen scheinen angeschnitten zu werden
und der Fokus fehlt. Gehört dies alles dazu, um den Grundstein
zu legen für eine fantastische Reise in die Vergangenheit
unserer christlichen Welt? Ja, denn nach bereits einer halben
Stunde ist man gefangen im Geschehen dieser eher wissenschaftlich
angelehnten Dokumentations-Sendung. Es bereitet Spaß
den verschiedensten Fachmännern bei ihren Kommentieren
zuzuhören, ohne dass dabei stets der aktuelle Film diskutiert
wird.
Es sind verblüffend
einfache und doch weit reichende Informationen in der Dokumentation
enthalten. Zum Beispiel, dass der römische Kaiser Constantin,
welcher 306 n. Ch. an die Macht gelang, sich des christlichen
Kreuzes bediente, dieses auf die Schilder seiner Soldaten
malte und anschließend unter dem Zeichen des Kreuzes
Länder eroberte und das Christentum forcierte. Er nutzte
diese religiöse Interpretation um ein gigantisches Reich
zu schmieden. Aber damit sei nur ein Aspekt erwähnt,
was der Sendung an sich nicht gerecht wird. „Die Wahrheit
über den Da-Vinci-Code - Das Sakrileg entschlüsselt“
kann auf seiner Laufzeit von gerade einmal rund 90 Minuten
begeistern und einiges an Einblick bieten. Und wenngleich
es sich hierbei nur um eine Art gesteuertes Konzentrat handelt,
so bereitet die Dokumentation Lust auf mehr. Einige Aufnahmen
historischer Örtlichkeiten runden den Inhalt ab.
Der Inhalt ist
irgendwie faszinierend, die Optik recht unspektakulär
und gleichzeitig sind schöne Bilder architektonischer
Werke dabei. Ablichtungen berühmter Gemälde eines
Leonardo Da Vinci’ dürfen natürlich ebenfalls
nicht fehlen. Untertitel zu den Kommentaren in den jeweiligen
Originalsprachen kommen ab und an vor, in der Regel übersetzt
jedoch die Stimme aus dem Overlay. Was bleibt? Neben etwas
geschichtlicher Irritation habe ich doch zwei Dinge mitnehmen
können: geh’ mit offenen Augen durchs Leben und
frage dich, wie Dinge zustande gekommen sind, wie sie sich
entwickelt haben könnten. Alleine damit lässt es
sich manchmal sehr spannend durch den Tag kommen. Und nun
sei noch der zweite Punkt erwähnt: Hollywood versteht
sein Handwerk beim Ausstaffieren und Abdrehen großer
Filme – Nebensächlichkeiten wie wissenschaftliche
Fakten können, müssen aber keine Rolle spielen.
[Technik]
Irgendwie hat mich diese DVD doch getroffen und fasziniert.
Die technischen Leistungen trugen nicht zwangsläufig
dazu bei, haben auf der anderen Seite das Vergnügen der
Ansicht jedoch um keinen Deut geschmälert und transportieren
die inhaltlichen Aussagen sehr gut. So haben wir es mit einem
zeitgemäßen anamorphen Bildtransfer im Ratio 1.78:1
zu tun. Handelt es sich um aktuelle und junge Aufnahmen innerhalb
der Sendung, so spielt die Technik mit und wir erhalten einen
gelungenen Kontrast mit knackigen Farben vor die Augen. Die
Konturen sind sauber und ausreichend scharf und nur selten
kann ein unruhiger Schleier leichten Rauschens festgestellt
werden. Andere Aufnahmen erreichen nicht diese Qualität,
ihnen gelingt jedoch auch kein Abschwächen der insgesamt
noch als gut zu bezeichnenden Leistung dieses Bild-Transfers.
Kompressionsartefakte bleiben praktisch aus.
„Die Wahrheit
über den Da-Vinci-Code - Das Sakrileg entschlüsselt“
ertönt weniger spektakulär in einem Dolby Digital
2.0-Ton – hier in einem Stereo-Gewand. Es können
wahlweise die Sprachen Englisch und Deutsch ausgewählt
werden. Die getestete deutsche Synchronfassung beschränkt
sich in ihrem Geltungsbereich auf den Overlay oberhalb des
Original-Tons. Bedeutet, es bestimmt eine Sprecherstimme aus
dem Off die Sendung und kommentiert entsprechend das Geschehen.
Meist handelt es sich dabei um eine angenehme Frauenstimme,
ab und an wechselt jedoch je nach Interview-Partner diese
Stimme ihr Gewand. Neben der wissensvermittelnden Stimme gibt
es natürlich noch die Original-Kommentare aus dem Hintergrund,
ein paar seltene Hintergrundgeräusche und eine passende
musikalische Begleitung. Untertitel fanden wir nicht vor.
[Fazit]
Man mag ja nun glauben was einem beliebt. In einer solchen
Zeit voller Toleranz leben wir nun einmal heute. „Die
Wahrheit über den Da-Vinci-Code - Das Sakrileg entschlüsselt“
zeigt einem Möglichkeiten auf, in deren Richtungen man
denken kann, rund 90 Minuten. Sozusagen als Anstoß zu
dem, was letztlich jedes geistiger Freiheit ist. Die DVD gibt
von der technischen Betrachtung her keinen großen Wurf,
versteht jedoch zu gefallen. Kleine Makel wie die eher ungesteuert
wirkenden Untertitel-Einspielungen seien einmal dahin gestellt.
Das Menü, einfach gestrickt, bietet kein nennenswertes
Bonusmaterial an. universumfilm bringt die einseitige Dual-Layer-Disc
(DVD Typ 9) am 3. Juli zu rund 10,- Euro in den Handel, das
erscheint fair. Die Altersfreigabe ist Stand heute zu „ab
12 Jahren“ beantragt. Wer sich interessiert daran zeigt
mehr zu erfahren über dieses Thema, der sollte sich die
DVD genauer ansehen. Dabei ist es nahezu unabhängig,
ob der Film „Der Da Vinci Code“ gesehen und geschätzt
wurde.
Andre Schnack
04.07.2006
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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