| Chaos
Action/Crime/Drama/Thriller
[Inhalt]
Bei einem Banküberfall in Seattle nehmen die Räuber
sämtliche Angestellten und Kunden als Geisel. Lorenz
(Wesley Snipes), der Kopf der Bande, will aber ausschließlich
mit Detective Conners (Jason Statham), einem raubeinigen Polizisten,
der vor einigen Monaten suspendiert wurde, verhandeln. Zur
Unterstützung wird dem auf die Schnelle rehabilitierten
Conners der junge Cop Shane Dekker (Ryan Phillippe) zur Seite
gestellt. Doch die Bankräuber entkommen und die erstaunten
Polizisten müssen feststellen, dass nichts entwendet
und nur ein einziges Bankschließfach geöffnet wurde.
Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf eine weit verzweigte
Verschwörung, die bis ins eigene System zu reichen scheint...
(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)
[Kommentar]
Kleinere Fehler hat jeder Film. Hier möchte ich den Review
mit einem beginnen: Eine englischsprachige Zeitungsüberschrift
berichtet mit dem Wort „fired“ über die Entlassung
eines Polizei-Detectives, die deutschen Untertitel übersetzen
„fired“ inhaltlich falsch mit „geschossen“
– kleiner Fauxpas, macht ja nichts. Kommen wir zur eigentlichen
Wertung.
Während im
Inneren der Bank die men in black elegant und technisch trickreich
mittels High-Tech-Methoden den Schließfächern ans
Eingemachte gehen, spielen sich vor dem Gebäude die ersten
Kompetenzrangeleien der Offiziellen ab - leider weniger eloquent
in der Wortwahl und inhaltlich ohne großen Tiefsinn.
Henry Czerny spielt dabei den verantwortlichen und weniger
sympathischen, noch charmanten Chief und prägt damit
sein Darsteller-Image ohne Frische oder Abwechslung in eine
bekannte Richtung. Ebenfalls routiniert und mit überwiegend
finsterer Mine huscht Jason – The Transporter –
Statham über die Sets, auch er hatte schon bessere Rollen
intus und gibt sich als harte Polizisten-Sau eher mäßig.
Ich will nicht von Verblassen sprechen, jedoch kann Ryan Phillippe
nur in wenigen Momenten der Geschichte schauspielerisch überzeugen,
was zum Teil an seiner Figur liegt.
Fest steht,
„Chaos“ ist kein „Passwort:
Swordfish“-Derivat hoher Güte, denn es wird
weder der Hochglanz-Stil des Action-Thrillers von Regisseur
Dominic Sena erreicht, noch können der Plot oder die
zu einfachen und kantigen Figuren mithalten. Doch wollte der
Regisseur von „Chaos“ dies überhaupt erstreben?
„Chaos“ versteht sich als Action-Thriller mit
einigen intelligenten Überraschungen innerhalb des Inhalts.
Auf der Habenseite gibt es viele Pro-Argumente für „Chaos“,
der sich insgesamt ein wenig ernster nimmt und mit einigen
gut konstruierten Story-Elementen auch gute Spannung bietet.
Es gibt ferner ausreichend Frische im Film, die bei der Stange
hält. Ob es dabei mit dem Realismus immer ganz so genau
genommen wurde kann auch einfach mal egal sein.
[Technik]
„Chaos“ bereitet nach anfänglicher Skepsis
bereits gute Stimmung, die visuelle Umsetzung erhellt den
Betrachter zwar nicht bezüglich der Story, taucht jedoch
die Stimmung in ein sehr passendes Gewand. Es gibt überwiegend
fahle und kühle, blasse Farben zu erkennen, welche das
Geschehen einem kühlen Charakter verleihen und somit
das Geschehen um das mysteriöse Bank-Verbrechen schüren.
Der Kontrast ist in Ordnung und der Sättigungsgrad der
Farben ebenfalls. Schärfegrad und Detailreichtum hingegen
leiden ein wenig unter dem zarten Grundrauschen, welches das
anamorphe Breitbild im Format 2.35:1 leider mit sich bringt
und die gesamte Laufzeit aufweist. Verunreinigungen von Master
her oder aber Drop Outs treten praktisch nicht auf und es
gibt eine angenehm unauffällige Kompression vor die Augen.
Schlussendlich ein technisch gelungener Transfer der oberen
Mittelklasse.
„Chaos“
hat für einen Action-Thriller nicht allzu viele Momente
der brachialen Ausbrüche an Mehrkanalton-Elementen zu
bieten. Die Basis ist jedoch vorhanden, und zwar in Form eines
englischsprachigen Dolby Digital 5.1-Tons und mittels deutschen
Dolby Digital 5.1- und DTS ES 6.1-Tonspuren. „Chaos“
wirkt in keiner Situation verstimmt oder trifft nicht den
rechten Ton, auf der anderen Seite gibt es auch – leider
– keine großartig lobenswerten Einsätze auf
den hinteren Kanälen. Und so zieht sich ein guter, fehlerfreier
Sound mit einem gelungenen Bassfundament über die Laufzeit,
ohne dabei mit „Aha“- oder Stauneffekten aufwarten
zu können. Wer das zu verschmerzen weiß, der kann
nun wirklich zufrieden sein. Untertitel sind optional in deutscher
Sprache hinzuzuschalten.
[Fazit]
„Chaos“ entstammt einer guten Zunft und zeigt,
dass Kinowelt sich schon längst wieder gefangen hat und
mit guten Filmen in technisch hochwertigen Gewändern
aufwarten kann. „Chaos“ befindet sich auf einer
einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und fasst eine Laufzeit
von rund 102 Minuten. Das Menü bietet ausreichend ansprechende
Gestaltung und Navigation und Optik kommen sich überhaupt
nicht in die Quere. Schön, dass es einen Special Features-Bereich
gibt, nicht so schön, dass sich dort lediglich eine Fotogalerie
und Trailer hinter verbergen, was nun wirklich angesichts
der Aktualität des Titels nicht angemessen erscheint.
Der 2006 abgedrehte Action-Thriller besitzt die Altersfreigabe
ab 16 Jahren und erschien aus dem Programm der Kinowelt Home
Entertainment am 5. September als Rental-Disc. Die Verkaufsversion
kommt am 3. November in den Handel und geht für unter
20,- Euro über die Theke. Wer Snipes, Statham und Phillippe
mag, der sollte zugreifen.
Andre Schnack
11.09.2006
| Film
/ Inhalt |
: |
    |
Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
| Bild |
: |
    |
| Ton |
: |
    |
| Extras
/ Ausstattung |
: |
 |
| Preis-Leistung
/ Gesamt |
: |
    |
|
| |
|