| The
Big Lebowski - Special Edition
Comedy/Crime/Mystery/Thriller
[Inhalt]
Jeff Lebowski (Jeff Bridges), der sich schlicht „Der
Dude“ nennt, ist der wohl faulste Mensch von Los Angeles.
Ein schlaffer Alt-Hippie, der sich nahezu ausschließlich
von „White Russian“-Cocktails ernährt, am
liebsten Walgesänge hört und auch den Joint nur
selten aus den Fingern gibt. Die verbleibende Zeit widmet
er gemeinsam mit seinen Freunden Walter (John Goodman) und
Donny (Steve Buscemi) dem Bowling. Doch mit dem „easy
living“ ist es schlagartig vorbei, als Lebowski mit
einem gleichnamigen Millionär verwechselt wird. Erst
pinkeln zwei Geldeintreiber auf seinen Lieblingsteppich, dann
wird er von ihnen verprügelt, um Schulden seiner angeblichen
Frau Bunny (Tara Reid) bei ihm einzukassieren. Schließlich
wird eben genau diese Bunny entführt und der „echte“
Mr. Lebowski (David Huddleston) heuert seinen Namensvetter
als Lösegeldkurier an. Als der „Dude“ schließlich
auch noch die Geldübergabe vermasselt, geht der Ärger
erst richtig los...
[Kommentar]
Im Groben geht es darum: Jeff – Dude – Lebowski
wird im Zuge einer Verwechslung für einen millionenschweren
Herren mit einer jungen, hübschen Frau gehalten. Plötzlich
kommt Leben in den tristen Alltag des Gemütlichkeitsmenschen
und eine gehörige Portion Verwirrung ergibt sich auf
der aufkeimenden Entführungsgeschichte. Es steckt sehr
viel hinter den Dingen dieses Films. Denn er spricht amerikanische
Politik, Gesellschaftsverhalten und Themen des täglichen
Lebens an. Doch niemals direkt, sondern durch Metaphern über
die Figuren und deren Handlungen. Zwangsläufig ergibt
sich ein Bild einer gewissen Philosophie der amerikanischen
Bevölkerung gegenüber bestimmten Themen. Sehr humorvoll
und lustig inszeniert erzählt „The Big Lebowski“
eine tolle Geschichte. Teils respektlos in der Darstellung,
sarkastisch und mit einer guten Prise schwarzen Humor gefällt
das Werk durchweg.
Der „Dude“:
Mit seiner gleichgültigen Art und der sehr ruhigen und
gemütlichen Lebenseinstellung erfand man einen plastischen
Charakter, der innere Werte in sich vereint, die ein jeder
zumindest kennt, jedoch zumeist wohl nicht so intensiv auslebt
– bestenfalls nach dem Genuss von Rauschmitteln. In
Jeff Bridges suchte und fand man letztlich einen Darsteller,
der genau die richtige Wirkung erzielen und diese Werte ausstrahlen
und an den Zuschauer transportieren kann. Ganz wunderbar.
Gemeinsam mit den weiteren Darstellern hat ergibt sich ein
fantastisches Cast und damit der spezielle Charme des Films.
John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore und John Turturro
leisten einen großen Beitrag am Erfolg des Films. Nicht
weniger beteiligt und ausschlaggebend für den vermittelten
Flair: die astreine Filmmusik. Durch die Bank wählten
die Macher Songs und Melodien aus, die dem Geschehen zuträglich
sind und die Atmosphäre schüren.
[Technik]
„The Big Lebowski“ erzählt seine Geschichte
im anamorphen Breitbild-Gewand im Format 1.85:1. Diese Special
Edition wartet mit einem neu gemasterten Transfer auf, und
das fällt dem Betrachter sofort auf, wenn man den Eindruck
die „alte“ Version noch im Kopf hat. Die Farben
wirken insgesamt im Vergleich zum vorherigen Transfer harmonischer
und runder, auch siedelt sich der Sättigungsgrad in einem
höheren Level an, als bei der bisher erschienenen BMG/universumfilm-Fassung.
Der Kontrast hinterlässt einen satten und knackigen Eindruck,
er ist nicht zu steil und auch nicht zu sanft und fade. Auf
Basis eines kräftigen Schwarz-Levels entsteht somit eine
gute dreidimensionale Wirkung. „The Big Lebowski“
kommt weitgehend ohne Artefakte oder andere Verunreinigungen
aus und bietet eine ausreichende Kantenschärfe. Der Detailgrad
des Geschehens kann sich sehen lassen, dunkle Szenen verschlingen
keine Bildelemente und das Bild zeigt sich von einer sehr
ruhigen Seite. Rasche Bewegungen tun dem Ergebnis keinen Abbruch.
Ein zusätzliches 4:3-Bild gibt’s nicht mehr.
Die DVD
bietet Dolby Digital 5.1-Mehrkanalton in den Sprachfassungen
Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Der Akustik
können wir wahlweise optionale Untertitel in gleich 7
Sprachen hinzuschalten. „The Big Lebowski“ fühlt
sich im Akustik-Segment nicht wirklich zuhause. Zwar gibt
es Dolby Digital 5.1-Sound mit einigen netten Hintergrund-Effekten
und einer gewissen räumlichen Weite im Programm. Doch
hat genau diese Akustik absolut nichts Nennenswertes zu bieten,
was den Ton aus dem Einheitsbrei der DVDs abhebt und für
eine überdurchschnittliche Darbietung sorgt. Natürlich
zählen wir auf eine verständliche Sprachausgabe,
und auch der Music-Score sorgt ab und an mit seiner Dominanz
für weite und voluminöse Ausstrahlung – was
für Stimmung sorgt. Richtig ausdifferenziert und dynamisch
hingegen zeigt sich der Ton nicht, dafür aber rauschfrei.
Immer wieder orten wir den Hauptteil des Sounds aus der Lautsprecher-Front.
[Fazit]
Über den Titel „The Big Lebowski” kann ich
durchweg und nahezu ausschließlich positiv sprechen.
Ich liebe diesen Film und er gehört unweigerlich in meine
All-Time-Favorites. Um so gespannter war ich auch auf diese
Neuveröffentlichung als Special Edition aus dem Hause
Universal. Was jedoch als Steelbook angekündigt wurde,
endete in einem normalen Amaray-Case, umhüllt von einem
simplen Pappschuber. Das kann man noch verschmerzen. Der rund
112minutenlange Titel findet Platz auf einer einseitigen Dual-Laer-Disc
(DVD Typ 9) und wurde ab einer Altersstufe von 12 Jahren freigegeben.
Die Navigation erfolgt über ein einfach gehaltenes Menü
und bietet Zugriff auf folgende Bonusmaterialien:
- Making
Of
- Einführung
durch Mortimer Young
- Fotogalerie
- Produktionsnotizen
Was nun
hier großspurig als Special Edition angepriesen wird
enthüllt sich eher als besser ausgestattete DVD-Erscheinung
– mehr nicht. Selbstverständlich ist es schön,
wenn nun auch das Making Of und einige Hintergrundinformationen
über den Film ihren Weg auf die DVD gefunden haben, doch
verdient sich der Titel aufgrund dieser Materialien nicht
die Bezeichnung „Special Edition“. Dafür
werden zu wenig Informationen Preis gegeben und die Laufzeit
der Extras sind zu eng bemessen. Somit bleibt es jedem selbst
überlassen, ob er erneut rund 18,- Euro für den
„Dude“ auf DVD ausgeben möchte. Von meiner
Seite aus stellte sich diese Frage nicht…
Andre
Schnack
23.03.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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